Do., 14.08.2025 , 17:42 Uhr

Sachsen, Leipzig

Wird das Bier jetzt knapp? Brauerei-Streik in Sachsen

In Sachsens Brauereien rumort es – und zwar nicht nur in den Kesseln. Beschäftigte legen reihenweise die Arbeit nieder, fordern mehr Lohn und gleiche Bezahlung wie ihre Kollegen im Westen. Heute wurde in Leipzig lautstark gestreikt und zugleich verhandelt.

Leipzig – Große Brauereien in Sachsen stehen still, da Brauer seit heute erneut streiken. Grund sind Lohnunterschiede zwischen Ost und West. Droht im Sommer das Bier auszugehen?

Streikwelle trifft sächsische Brauereien
In Leipzig und weiteren sächsischen Städten stehen seit heute die Produktionsmaschinen in großen Brauereien still. Die vierte Streikwelle, initiiert von der Gewerkschaft Nahrung, Genuss, Gaststätten, setzt sich für eine Angleichung der Löhne an westdeutsche Standards ein. Zu den bestreikten Brauereien gehören unter anderem Okrussitzer, Sternburg und Freiberger. Brauereimitarbeiter klagen seit der Wende vor 35 Jahren über ein Lohngefälle zwischen Ost und West, das nun, so die Streikenden, endgültig behoben werden müsse.

Forderungen und Argumente der Beteiligten
Nach Informationen von Sachsen Fernsehen fordern die Beschäftigten eine Erhöhung der Löhne um 7% sowie zusätzlich 150 Euro für Auszubildende. Der Verhandlungsführer Uwe Leipzig von der Gewerkschaft erklärte, dies sei eine Frage der Gerechtigkeit. Doch die Brauereien sehen die Forderungen kritisch. Sie verweisen auf den rückläufigen Bierkonsum in Deutschland, der aktuell 7% unter dem Vorjahr liegt. Eine Steigerung der Löhne um denselben Prozentsatz sei laut Brauereien wirtschaftlich nicht tragbar.

Droht eine Bierknappheit in Sachsen?
Die Auswirkungen der Streiks könnten bald spürbar werden. Mehrere Wochen lang fielen bereits fast 50 Schichten aus, was die Produktion unter Druck setzt. Die Läger der Brauereien sind fast leer, berichten die Beschäftigten. Sollten die Streiks weitergehen und keine Einigung in den Verhandlungen erzielt werden, könnte es im Sommer tatsächlich zu einer Bierknappheit in Sachsen kommen. Ob die Verhandlungen heute ein Ergebnis bringen, bleibt abzuwarten. Ein Einlenken von beiden Seiten wäre wünschenswert, um Engpässe zu vermeiden und den Streit beizulegen.