Sa., 30.05.2026 , 08:34 Uhr

Panter bewirbt sich als Kandidat der SPD für Leipzigs höchstes Amt

Wirtschaftsminister Panter will neuer Leipziger Oberbürgermeister werden

Der sächsische Wirtschaftsminister Dirk Panter bewirbt sich um die Nachfolge von Burkhard Jung. Im Interview spricht er über Leipzigs Finanzlage, mögliche Schwerpunkte und seine Doppelrolle als Minister und Kandidat.

Vom Wirtschaftsministerium ins Leipziger Rathaus

Dirk Panter will Oberbürgermeister von Leipzig werden. Der SPD-Politiker ist derzeit sächsischer Minister für Wirtschaft, Arbeit, Energie und Klimaschutz und bewirbt sich um die Nachfolge von Burkhard Jung. Der amtierende Oberbürgermeister tritt nach drei Amtszeiten nicht erneut an.

Panter lebt seit mehr als drei Jahrzehnten in Leipzig. Er hat in der Stadt studiert, war lange als Landtagsabgeordneter aktiv und gehört inzwischen der sächsischen Staatsregierung an. Seine Bewerbung beschreibt er auch mit seinem persönlichen Bezug zur Stadt.

„In Leipzig wird halt nicht aller Tage ein Oberbürgermeisteramt vergeben und ich bin seit 31 Jahren mit Leib und Seele Leipziger und da schlägt mein Herz für. Und deshalb habe ich mich dann entschieden, dass ich kandidieren möchte“, sagt Panter im Gespräch mit Sachsen Fernsehen.

Leipzig nach Burkhard Jung

Politisch ist die Kandidatur bedeutsam, weil mit Burkhard Jung ein langjähriger Amtsinhaber nicht erneut antritt. Seit der Wiedervereinigung kamen Leipzigs Oberbürgermeister aus der SPD: Hinrich Lehmann-Grube, Wolfgang Tiefensee und Burkhard Jung.

Panter bewirbt sich damit um ein Amt, das über viele Jahre von seiner Partei geprägt wurde. Nach Informationen aus Parteikreisen hat ihn eine SPD-Findungskommission vorgeschlagen. Die offizielle Aufstellung soll voraussichtlich im Herbst erfolgen.

Finanzlage als zentrales Thema

Im Gespräch rückt Panter vor allem die finanzielle Lage der wachsenden Stadt in den Mittelpunkt. Leipzig wächst seit Jahren. Mehr Einwohner bedeuten zugleich mehr Bedarf bei Wohnungen, Schulen, Kitas, Verkehr, Verwaltung, Sicherheit und sozialen Angeboten.

„Wir haben unglaubliche Probleme, Finanzprobleme. Das ist so. Leipzig ist eine wachsende Stadt. Das hat Wachstumsschmerzen. Dafür braucht man eigentlich mehr Geld“, sagt Panter.

In diesem Zusammenhang verweist er auch auf weitere Themenfelder. Dazu gehören Mobilität, bezahlbares Wohnen, Sicherheit, Wirtschaft und Soziales. Wie diese Punkte konkret ausgestaltet werden, dürfte sich im weiteren Wahlkampf zeigen.

Kompromisse im Wahlkampf

Ein weiterer Schwerpunkt in Panters Aussagen ist der Begriff Kompromiss. Im Interview spricht er darüber, dass politische Mehrheiten im Stadtrat gefunden werden müssten. Dabei verweist er auf Kompromisse als Mittel politischer Arbeit.

„Da wird ganz oft verhetzt, da denken viele, Kompromiss, aber das ist doch das, was das Leben ausmacht“, sagt Panter. Später ergänzt er: „Da muss auch nicht immer jeder recht haben. Da muss auch nicht ich immer recht haben, aber man muss schauen, dass man auch zusammenbleibt.“

Gerade mit Blick auf den Stadtrat dürfte die Frage nach Mehrheiten im Wahlkampf eine Rolle spielen. Welche politischen Bündnisse für konkrete Entscheidungen notwendig werden, hängt auch vom weiteren Verlauf der Debatte ab.

Doppelrolle als Minister und Kandidat

Bis zur Wahl will Panter Minister im Freistaat bleiben und zugleich um das Amt des Leipziger Oberbürgermeisters werben. Damit ist auch seine Doppelrolle Teil der Kandidatur.

Panter selbst beschreibt seinen Zeitplan so: „Ich werde das Ministeramt mit aller Kraft weiter ausüben. Ich werde das auch, da es meine Verantwortung ist, gegenüber dem Land, gegenüber den Menschen. Das gibt gar keine Frage.“

Den Wahlkampf wolle er zunächst in seiner Freizeit führen. Für die heiße Phase kündigt er an, Urlaub nehmen zu wollen.

Ausblick

Für Leipzig beginnt mit Panters Bewerbung der Wahlkampf um die Nachfolge von Burkhard Jung. Bis zur offiziellen Nominierung und bis zum weiteren Verlauf des Wahlkampfs bleiben mehrere Punkte offen: Welche konkreten Vorschläge Panter vorlegt, wie die weiteren Kandidaten sich positionieren und wie stark seine Doppelrolle als Minister und Bewerber für das Leipziger Rathaus diskutiert wird.