Fr., 26.06.2026 , 17:51 Uhr

Widerstand gegen Waldrodung

XXL Demo gegen Pläne von RB Leipzig

In Leipzig wächst der Widerstand gegen Pläne der Stadt, das Capa-Wäldchen für zusätzliche Trainingsflächen von RB Leipzig zu verkaufen. Trotz großer Hitze kamen laut Polizei mehr als 1400 Menschen zur Demonstration.

Mehr als 1400 Menschen haben am Donnerstagabend vor dem Capa-Wäldchen neben der Leipziger Kleinmesse gegen eine mögliche Rodung demonstriert. Die Veranstalter sprechen sogar von mehr als 2000 Teilnehmenden. Hintergrund ist ein Vorschlag der Stadtverwaltung, das rund 5,5 Hektar große Waldstück an der Capastraße zu verkaufen. RB Leipzig könnte dort zusätzliche Trainingsflächen entwickeln.

Umweltgruppen kritisieren die Pläne scharf. Sie sehen das Capa-Wäldchen als wichtige Grünfläche für das Stadtklima, als Wasserspeicher und als Verbindung zwischen nördlichem und südlichem Auwald. Gerade bei steigenden Temperaturen sei der Wald unverzichtbar, warnen die Demonstrierenden.

Die Stadt verweist dagegen auf Ersatzpflanzungen und Kompensationen. Umweltbürgermeister Heiko Rosenthal sieht in der Lösung trotz nötiger Rodung einen Gewinn für Leipzig und den Sport. Zugleich könne die Kleinmesse am Cottaweg erhalten bleiben.

Politisch ist der Vorschlag umstritten. Die Grünen im Stadtrat lehnen den Verkauf ab und fordern, weitere Alternativflächen zu prüfen. Eine Entscheidung wurde inzwischen auf die Zeit nach der Sommerpause verschoben.

Selbst bei einem Verkauf wäre eine Rodung noch nicht automatisch genehmigt. Auch naturschutzrechtliche Fragen müssten geklärt werden. Klar ist: Der Streit um das Capa-Wäldchen wird Leipzig weiter beschäftigen.