Do., 29.10.2026 , 13:19 Uhr

Steigende Trassenpreise bringen Sachsens Regionalverkehr unter Druck

Zugkürzungen in Sachsen: Diese Strecken trifft es

Mit dem Fahrplanwechsel am 13. Dezember 2026 müssen sich Bahnreisende in Sachsen auf Einschränkungen einstellen. Im Verkehrsverbund Oberelbe entfallen die Fahrten der S-Bahn-Linie S3 zwischen Tharandt und Freiberg. Die Regionalbahn RB45 zwischen Döbeln und Elsterwerda verkehrt an Wochenenden und in den Ferien künftig nur noch alle zwei Stunden statt stündlich. Auch im Erzgebirge wird das Bahnangebot reduziert. Weitere Kürzungen stehen im Raum: Unter anderem wird über Einschränkungen bei den S-Bahn-Linien S1 und S2 sowie eine mögliche Einstellung der RB71 zwischen Pirna und Sebnitz diskutiert. Der Fahrgastverband Pro Bahn warnt vor längeren Wartezeiten und einer sinkenden Attraktivität des öffentlichen Nahverkehrs.

Hintergrund der Einsparungen sind deutlich gestiegene Trassenpreise – also Gebühren, die für die Nutzung des Schienennetzes anfallen. Nach einem Rechtsstreit und einer Entscheidung des Europäischen Gerichtshofs musste das bisherige Preissystem angepasst werden. Allein dem Verkehrsverbund Oberelbe entstehen nach eigenen Angaben dadurch im Jahr 2026 Mehrkosten von acht Millionen Euro, im kommenden Jahr sollen es 14 Millionen Euro sein. Sachsens Verkehrsministerin Regina Kraushaar fordert deshalb mehr finanzielle Unterstützung vom Bund. Auch Pro Bahn verlangt eine Reform des Trassenpreissystems. Solange eine dauerhafte Lösung ausbleibt, könnten weitere Zugverbindungen von Kürzungen betroffen sein.