800.000 Euro wert, aber niemand wollte bieten: Das Haus von Schlagersängerin Melanie Müller im Leipziger Stadtteil Wahren ist im ersten Anlauf nicht zwangsversteigert worden.
Für das ehemalige Bahnhofsgebäude mit knapp 600 Quadratmetern Mietfläche wurde beim Termin am Amtsgericht Leipzig kein einziges Gebot abgegeben. Das Verfahren wurde deshalb einstweilen eingestellt. Es kann aber innerhalb von sechs Monaten fortgesetzt werden, wenn die Gläubiger einen entsprechenden Antrag stellen.
Laut Gutachten hat das Gebäude samt rund 1.500 Quadratmeter großem Grundstück einen Wert von etwa 800.000 Euro. Melanie Müller selbst war bei dem Termin nicht anwesend. Wenige Tage vor der Versteigerung hatte sie einen Antrag auf freihändigen Verkauf gestellt, weil sie sich davon einen höheren Erlös erhofft. Dafür müssten allerdings die Gläubiger zustimmen.
Müller war im Januar vom Landgericht Leipzig rechtskräftig wegen des Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen und Drogenbesitzes zu einer Geldstrafe von 3.500 Euro verurteilt worden. Die Sängerin hatte die Vorwürfe stets zurückgewiesen, auf eine Revision aber verzichtet.
Im Verfahren hatte Müller angegeben, kaum noch Auftritte zu haben und halbtags als Angestellte rund 1.500 Euro netto zu verdienen. Außerdem sprach sie von Steuerschulden in niedriger sechsstelliger Höhe.