Fr., 13.03.2026 , 18:45 Uhr

Zwei Jahre nach dem tödlichen Busunglück auf der A9 bei Leipzig: Flixbus-Fahrer zu Bewährungsstrafe verurteilt

Knapp zwei Jahre nach dem schweren Busunglück auf der Autobahn 9 bei Leipzig ist der angeklagte Busfahrer verurteilt worden. Das Landgericht Leipzig verhängte eine Freiheitsstrafe von zwei Jahren, die zur Bewährung ausgesetzt wird.

Der heute 64-jährige Fahrer musste sich wegen fahrlässiger Tötung in vier Fällen sowie fahrlässiger Körperverletzung in 46 Fällen verantworten. Der Unfall ereignete sich am 27. März 2024 auf der A9. Ein Flixbus war damals von der Fahrbahn abgekommen, eine Böschung hinuntergerollt und schließlich umgekippt. Vier Frauen kamen ums Leben, 46 weitere Menschen wurden verletzt.

Nach Darstellung der Staatsanwaltschaft verlor der Fahrer bei nahezu 100 km/h die Kontrolle über den Bus, weil er den Verkehr nicht ausreichend beachtet haben soll.

Zu Beginn des Prozesses ließ der Angeklagte über seinen Anwalt erklären, dass ihm der Unfall unendlich leid tue. Sein Verteidiger Peter Pospisil erklärte, der Fahrer leide bis heute unter den Folgen des Geschehens und befinde sich seit dem Unfall in psychologischer Betreuung.

Nach Darstellung der Verteidigung sei der Fahrer kurz vor dem Unfall von der Sonne geblendet worden. Beim Griff nach seiner Mütze habe er das Lenkrad verrissen, wodurch der Bus ins Schleudern geraten sei.

Nach dem Urteil sprach Verteidiger Pospisil von einer ausgewogenen Entscheidung des Gerichts. Sein Mandant habe das Urteil akzeptiert und auf Rechtsmittel verzichtet.

Auch der Vertreter der Nebenklage äußerte sich nach der Entscheidung. Nebenklageanwalt Stephan Maigné erklärte, ein kleiner Fehler habe zu unermesslichem Leid geführt. Eine Haftstrafe sei grundsätzlich angemessen, im konkreten Fall aber auch eine Bewährungsstrafe nachvollziehbar.

Mehrere Angehörige der getöteten Frauen waren als Nebenkläger an dem Verfahren beteiligt. Mit dem Urteil endet der Prozess rund zwei Jahre nach dem Busunglück auf der A9 bei Leipzig.