Fr., 17.04.2026 , 17:13 Uhr

Unter dem Motto „Vom Umbruch zum Aufbruch“ trafen Vertreter aus Politik und Wirtschaft im Rahmen des Sächsischen Außenwirtschaftstages am Donnerstag in Chemnitz

Zwischen Aufbruch und Hürden - Sachsens Wirtschaft sucht ihren Kurs

Chemnitz- Neue Chancen im Ausland – aber immer mehr Bremsklötze im eigenen System: Beim Außenwirtschaftstag in Chemnitz zeigte sich, wie nah Fortschritt und Frust aktuell beieinanderliegen.

Unter dem Motto „Vom Umbruch zum Aufbruch“ trafen Vertreter aus Politik und Wirtschaft im Rahmen des Sächsischen Außenwirtschaftstages am Donnerstag in Chemnitz aufeinander. Licht und Schatten lagen bei der Zusammenkunft dicht beieinander. Zum einen steht die kontinuierliche Steigerung des sächsischen Exportgeschäfts: Dieses lag nunmehr zum dritten Mal über der Marke von 50 Milliarden Euro. Dem gegenüber steht jedoch ein Potpourri an Problemen, die den heimischen Unternehmern das Leben schwer machen.

Im Rahmen eines Spitzengesprächs kamen diese Herausforderungen offen zur Sprache. Als Krisengespräch wollte Robert Krumbach, Geschäftsführer des Auershammers und Teilnehmer der Runde, die Diskussion jedoch nicht verstanden wissen. Dennoch sieht sich das von ihm geführte metallverarbeitende Unternehmen mit den klassischen Problemen der heutigen Zeit konfrontiert

In Zahlen ausgedrückt seien es etwa 10 bis 15 Prozent der Tätigkeit, die aktuell für nicht wertschöpfende Prozesse aufgewendet würden. Probleme, die auch Sebastian Scheel bekannt sind. Der Staatssekretär im Sächsischen Staatsministerium für Wirtschaft, Arbeit, Energie und Klimaschutz vertrat Dirk Panter, der kurzfristig aufgrund eines Trauerfalls absagen musste. Beim Thema Bürokratie herrsche weitgehend Konsens zwischen Politik und Industrie: Man mache auf die Problematik auch in Brüssel aufmerksam und arbeite gemeinsam daran, Regulierung dort zurückzufahren, wo es sinnvoll sei.

Das dürfte Max Jankowsky aus dem Herzen sprechen. Der Präsident der IHK Chemnitz betonte im Interview mit Sachsen Fernsehen, dass die Dinge mit Blick auf die EU aktuell verkehrt herum liefen. Die Europäische Union belaste die Unternehmen derzeit stärker, als sie sie beflügle. Es brauche mehr Vergleichbarkeit innerhalb des EU-Raums. Aber auch in Deutschland gebe es Hausaufgaben – insbesondere bei nationalen Alleingängen.

Das Exportgeschäft bleibt auch in Sachsen ein zentraler Wirtschaftsmotor. Jeder dritte Euro wird außerhalb der Landesgrenzen erwirtschaftet. Produkte aus dem Freistaat sind in rund 150 Ländern vertreten – ein solider Wert. Dennoch müsse weiter ausgebaut und neue Märkte erschlossen werden, so Thomas Horn. Ein Beispiel dafür sei das ausgehandelte Abkommen mit Indien.

Ein weiterer entscheidender Faktor, um sich auf den Märkten zu behaupten, sind Innovationen. Diese gebe es zwar weiterhin in Deutschland, doch müsse man laut Sebastian Scheel daran arbeiten, neue Entwicklungen schneller in den Markt zu bringen. Langwierige Genehmigungsverfahren würden die Skalierung innovativer Produkte immer wieder ausbremsen. Das Problem sei seit Längerem bekannt – aktuell komme man jedoch schneller voran. Wenn man so will, sei das auch ein Effekt der krisenbehafteten Zeit: Sie zwinge zum Handeln.


Trotz des ganzen Straußes an Herausforderungen wurde in Chemnitz eines deutlich: Der Wille zur Zusammenarbeit ist da. Politik und Wirtschaft ziehen im Freistaat an vielen Stellen in die gleiche Richtung – nun wird es darauf ankommen, die angesprochenen Maßnahmen zeitnah umzusetzen. Denn nur wenn die Probleme der Zeit schnell angegangen werden, kann aus dem Umbruch tatsächlich ein Aufbruch werden.