Di., 03.02.2026 , 13:25 Uhr

Landtagspräsident spricht über Minderheitsregierung, Jugend und Demokratie

Zwischen Kompromiss und Krise: Dierks zieht Bilanz

Dresden: Keine klare Mehrheit, schwierige Haushaltslage und große politische Unsicherheiten: Das vergangene Jahr stellte den Sächsischen Landtag vor besondere Herausforderungen. Im Interview mit Sachsen Fernsehen blickt Landtagspräsident Alexander Dierks auf sein erstes Jahr im Amt zurück.

Dierks wurde im Oktober 2024 gewählt – zu einem Zeitpunkt, als noch offen war, ob eine Regierung gebildet, ein Ministerpräsident gewählt und ein Haushalt beschlossen werden kann. Trotz fehlender parlamentarischer Mehrheit sei all das gelungen. Für den Landtagspräsidenten zeigt das, dass parlamentarische Demokratie auch unter schwierigen Bedingungen handlungsfähig bleibt. Entscheidend seien Kompromissbereitschaft und der Wille, Lösungen zu finden, statt Probleme nur zu benennen. Ein besonderer Schwerpunkt seiner Arbeit liegt für Dierks im Austausch mit jungen Menschen. Demokratie sei für viele selbstverständlich geworden, stehe aber zunehmend unter Druck. Umso wichtiger sei es, politische Beteiligung erlebbar zu machen – etwa durch Schulbesuche, Jugendforen und Gespräche vor Ort. Demokratie lebe vom Mitmachen und vom respektvollen Streit in der Sache.

Auch gesellschaftliche Beteiligungsformen wie Petitionen oder Volksanträge sieht Dierks als wirksam. Sie könnten konkrete Veränderungen anstoßen, wenn sie auf breites öffentliches Interesse treffen. Mit Blick auf das Jahr 2026 zeigt sich der Landtagspräsident vorsichtig optimistisch: Es stünden schwierige Entscheidungen an, insbesondere bei Haushalt und Staatsmodernisierung. Entscheidend sei dabei Ehrlichkeit gegenüber den Bürgerinnen und Bürgern und eine faire Verteilung der notwendigen Lasten.