Kriege, Handelskonflikte und unsichere wirtschaftliche Rahmenbedingungen stellen auch Sachsens Unternehmen vor große Herausforderungen. Beim Pressegespräch der Wirtschaftsförderung Sachsen (WFS) in Dresden zogen Sachsens Wirtschaftsminister Dirk Panter und WFS-Geschäftsführer Thomas Horn Bilanz für das Jahr 2025 und gaben einen Ausblick auf die wirtschaftlichen Schwerpunkte für 2026.
Panter sprach von einer Zeit großer Unsicherheit. Geopolitische Krisen, Entwicklungen in den USA sowie anhaltende Konflikte in Europa und im Nahen Osten würden auch die sächsische Wirtschaft spürbar belasten. Besonders problematisch sei aus Sicht vieler Unternehmen die fehlende Planbarkeit. Wer investiere, brauche verlässliche Rahmenbedingungen.
Trotzdem sieht die Staatsregierung den Standort Sachsen weiter stabil aufgestellt. Eine wichtige Rolle spielt dabei das Auslandsgeschäft. Nach Angaben der WFS liegt die Exportquote im Freistaat bei über 30 Prozent. Das bedeutet: Mehr als jeder dritte Euro werde von sächsischen Unternehmen im Ausland verdient. Exporte seien damit ein zentraler Faktor für Wertschöpfung und Beschäftigung in der Region.
Besonders wichtig bleibt dabei die Fahrzeugindustrie. Neben den großen Herstellern wie Volkswagen, Porsche und BMW profitiert davon auch ein breites Netz an Zulieferern im Freistaat. Dazu kommen weitere starke Branchen wie Maschinenbau, Medizintechnik, Biotechnologie, Textilindustrie und Ernährungswirtschaft.
Für die kommenden Jahre setzt Sachsen vor allem auf technologische Stärke. Panter nannte dabei unter anderem Robotik und Künstliche Intelligenz in Südwestsachsen, Biotechnologie in Dresden und Leipzig sowie die Mikroelektronik rund um Dresden. Ziel sei es, dort weiter zu wachsen, wo Innovation und Spezialisierung den Unterschied im internationalen Wettbewerb ausmachen.
Auch internationale Konflikte bleiben ein Unsicherheitsfaktor. Mit Blick auf die Lage im Nahen Osten erklärte WFS-Geschäftsführer Thomas Horn, derzeit gebe es zwar noch keine tiefgreifenden Sorgenmeldungen von Unternehmen. Dennoch beobachteten Firmen mit Geschäftsbeziehungen in die Region die Entwicklung genau. Gerade in unsicheren Zeiten werde deutlich, wie wichtig es sei, wirtschaftlich breit aufgestellt zu sein und nicht nur auf einzelne Märkte zu setzen.
Die Wirtschaftsförderung Sachsen versteht sich dabei als zentrale Anlaufstelle – sowohl für heimische Unternehmen, die wachsen oder neue Märkte erschließen wollen, als auch für Firmen, die sich in Sachsen ansiedeln möchten. Klar wurde beim Pressegespräch aber auch: Neben Innovationskraft und Exportstärke braucht es aus Sicht vieler Unternehmen vor allem bessere Rahmenbedingungen – etwa bei Energiepreisen, Bürokratie und Genehmigungsverfahren.