Chemnitz- Vier Jahre Krieg in Europa – und der Ausnahmezustand droht zur Gewohnheit zu werden. Während die Fronten in der Ukraine zum Jahrestag von Putins Angriff weiter verhärten, stellt sich hierzulande eine unbequeme Frage: Wie nah geht uns dieser Krieg heute noch? Und welche Rolle sollte Deutschland jetzt übernehmen?
Der Angriffskrieg Russlands auf die Ukraine jährt sich nunmehr zum vierten Mal. Die humanitäre Lage in dem europäischen Land ist, verschärft durch die schweren Angriffe der Russischen Föderation und einen harten Winter, dramatischer denn je. Viele Menschen kämpfen täglich ums Überleben und sind auf humanitäre Hilfe angewiesen. Auch militärisch braucht das Land weiterhin Unterstützung. Zum Jahrestag fanden auch in Sachsen zahlreiche Demonstrationen statt – so unter anderem in Chemnitz am Nachmittag. Auf Bundesebene erklärte der außenpolitische Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Jürgen Hardt, dass ein weiteres Ausgreifen des Krieges verhindert werden müsse – „whatever it takes“. Doch wie schauen die Bürgerinnen und Bürger nach vier Jahren Krieg auf den Konflikt, und was halten die Menschen von einem Mehr an Unterstützung für das völkerrechtswidrig überfallene Land?
In unserem Stimmungsbild war der Krieg in der Ukraine weiterhin im Bewusstsein der Menschen präsent, zugleich hat bei einigen eine gewisse Gewöhnung eingesetzt. Mitgefühl und Solidarität zeigten viele Befragte. Eine Ausweitung der deutschen Unterstützung sowie eine Intensivierung der bisherigen Maßnahmen wird jedoch von einer Mehrheit eher zurückhaltend beurteilt. Ohne Unterstützung dürfte das Schicksal der Ukraine allerdings entschieden sein. Um gegenzusteuern, arbeitet die Europäische Union an einem 90-Milliarden-Euro-Hilfspaket. Allerdings ist man sich in Brüssel im fünften Kriegsjahr genauso uneinig wie auf den Chemnitzer Straßen.