Dresden - Die Zahl der Beschwerden zum Datenschutz und zu Datenpannen hat in Sachsen einen neuen Höchststand erreicht. Das geht aus dem aktuellen Jahresbericht der sächsischen Datenschutzbeauftragten Juliane Hundert hervor, der in Dresden vorgestellt wurde.
Insgesamt wurden mehr als 1.600 Eingaben registriert. Das entspricht einem Anstieg von 29 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Nach Angaben der Datenschutzbeauftragten zeigt diese Entwicklung, dass der Schutz der Privatsphäre für viele Bürgerinnen und Bürger zunehmend an Bedeutung gewinnt.
Auch die Zahl der Beratungen ist deutlich gestiegen. Rund 900 Mal wandten sich Menschen im vergangenen Jahr an die Behörde, um sich zu Fragen des Datenschutzes informieren zu lassen. Das entspricht einem Zuwachs von 22 Prozent.
Ein Grund für die steigenden Zahlen könnte nach Einschätzung von Juliane Hundert der Einsatz von Künstlicher Intelligenz sein. Demnach nutzen Bürger vermehrt Chatbots, um sich über ihre Rechte zu informieren oder Beschwerden zu formulieren. Dadurch würden sie schneller auf die zuständigen Stellen aufmerksam. Gleichzeitig beschleunige KI die Erstellung entsprechender Schreiben. Die Qualität der Eingaben habe sich dadurch jedoch nicht verbessert.
Neben den Beschwerden wurden auch mehr Datenpannen gemeldet als je zuvor. Insgesamt 1.058 Vorfälle wurden registriert. Zu den häufigsten Ursachen zählen laut Bericht der Fehlversand oder Verlust sensibler Daten auf dem Postweg, offen einsehbare E-Mail-Verteiler sowie Cyberangriffe, etwa durch Hacking oder Schadsoftware. Auch Einbrüche und Diebstähle, bei denen Daten betroffen sind, wurden gemeldet.
Die aktuellen Zahlen verdeutlichen die wachsende Bedeutung des Datenschutzes im Alltag und zeigen zugleich, dass sowohl Bürger als auch Institutionen weiterhin vor Herausforderungen im Umgang mit sensiblen Informationen stehen.