Dresden - Der stark versiegelte und überhitzte Bereich rund um den Kristallpalast an der St.-Petersburger-Straße in Dresden soll künftig deutlich grüner gestaltet werden. Ziel der Stadt ist es, das Stadtklima zu verbessern und die Aufenthaltsqualität im Umfeld des Kinos zu erhöhen.
Auf der Freifläche in Richtung Hauptbahnhof sollen insgesamt 21 neue Bäume gepflanzt werden. Darüber hinaus sind schattige Sitzmöglichkeiten, Spielgeräte sowie ein Trinkbrunnen vorgesehen. Die Maßnahmen sollen den Platz nicht nur optisch aufwerten, sondern ihn auch für Besucher und Anwohner attraktiver machen.
Ein zentraler Bestandteil der Planung ist das sogenannte Schwammstadtkonzept. Dabei soll Regenwasser nicht mehr möglichst schnell in die Kanalisation abgeleitet werden. Stattdessen wird es vor Ort gespeichert und zurückgehalten. Das gesammelte Wasser kann anschließend zur Bewässerung der Bäume und Grünflächen rund um den Kristallpalast genutzt werden.
Die eigentlichen Bauarbeiten für die Umgestaltung des Platzes sind ab 2028 vorgesehen. Zuvor soll die Planung noch in den politischen Gremien beraten werden. Im Anschluss entscheidet der Dresdner Stadtrat über die Umsetzung des Projekts.
Die Umgestaltung steht im Zusammenhang mit den Vorbereitungen auf die Bundesgartenschau 2033, die in Dresden stattfinden soll. Nach Angaben von Baubürgermeister Stephan Kühn könne die Stadt für das Projekt umfangreiche Mittel aus der Städtebauförderung nutzen. Ziel sei es, langfristig mehr Grünflächen und Aufenthaltsqualität in das Stadtzentrum zu bringen.
Die Maßnahmen rund um den Kristallpalast sollen dabei beispielhaft für weitere Projekte in der Innenstadt sein. Auch am Wiener Platz sowie am Grünen Bogen sind im Zusammenhang mit der Bundesgartenschau Veränderungen vorgesehen.
Bereits Ende 2026 soll ein erster Schritt umgesetzt werden. Geplant ist der Umbau der Haltestelle Walpurgisstraße zu einer Doppelhaltestelle. Sie liegt auf einer stark genutzten Nord-Süd-Achse durch die Innenstadt und wird von bis zu vier Straßenbahnlinien bedient.
Nach dem Ausbau können dort künftig zwei 45 Meter lange Straßenbahnen hintereinander halten. Entlang der Haltestelle sollen zudem zwölf neue Bäume sowie zusätzliche Begrünung entstehen, um das Mikroklima vor Ort zu verbessern.
Der Planungsprozess wurde von Beginn an durch Beteiligungsformate begleitet. Bereits 2021 fanden mehrere Veranstaltungen mit Anwohnern und lokalen Akteuren statt, darunter Interviews und ein gemeinsamer Stadtspaziergang.
Außerdem wurden mehr als 2.500 Haushalte zu einer Umfrage eingeladen, an der sich rund 500 Menschen beteiligten. In einer öffentlichen Planungswerkstatt im November 2022 stellte die Stadtverwaltung schließlich zwei mögliche Varianten vor, über die die Teilnehmer abstimmen konnten.
Die Kosten für die Umgestaltung des Umfelds am Kristallpalast belaufen sich auf rund 2,6 Millionen Euro. Etwa zwei Drittel der Summe sollen aus Mitteln der Städtebauförderung finanziert werden.
Hinzu kommen rund 540.000 Euro für den geplanten Umbau der Haltestelle Walpurgisstraße.