Sa., 21.03.2026 , 13:11 Uhr

Debatte um Jagd, Waldumbau und Wolf

Mehr Jägerinnen in Sachsen – Wolf im Fokus

In Sachsen gehen immer mehr Frauen auf die Jagd. Nach Angaben des Landesjagdverbands besitzen derzeit rund 14.500 Menschen einen gültigen Jagdschein, davon sind 18 Prozent Frauen. Im Jahr 2024 lag der Anteil der Jägerinnen demnach noch bei elf Prozent. Thema beim 37. Landesjägertag in Großschirma ist aber nicht nur diese Entwicklung, sondern auch die Rolle der Jagd bei Waldumbau und Wildbeständen.

Sachsens Umweltminister Georg-Ludwig von Breitenbuch bezeichnete Jägerinnen und Jäger als wichtige Partner für Wald und Waldbesitzer. Für den notwendigen Waldumbau komme es auf eine Balance zwischen Wildbestand und Waldverjüngung an. Die Jagd könne die Wiederbewaldung von Schadflächen positiv unterstützen, sagte der Minister. Zugleich verwies er auf die Bedeutung der Zusammenarbeit von Jagdverband, Jagdbezirken und Sachsenforst.

Ein zentrales Streitthema bleibt der Wolf. Anfang März beschloss der Bundestag eine Änderung des Bundesjagdgesetzes und des Bundesnaturschutzgesetzes, mit der der Wolf ins Jagdrecht aufgenommen werden soll. Bevor die Neuregelung in Kraft treten kann, ist jedoch noch die Zustimmung des Bundesrates nötig.

Die Diskussion wird auch durch die Bestandszahlen befeuert. In Deutschland wurden zuletzt mehr als 1.600 Wölfe gezählt. Sachsen zählt weiterhin zu den Bundesländern mit besonders hoher Wolfspopulation. Nach Angaben aus dem Zusammenhang des Landesjägertags wurden im vergangenen Jahr 210 Schadensfälle an Nutztieren gemeldet; betroffen waren 527 Tiere, 416 davon wurden getötet. Der Freistaat dringt deshalb auf klare und bundesweit einheitliche Regeln für das künftige Wolfsmanagement.