Mo., 18.08.2025 , 08:55 Uhr

Bergwacht Sachsen verzeichnet ungewöhnlich viele Einsätze beim Klettern

Mehr Kletterunfälle in Sachsens Bergen 2025

In der Sächsischen Schweiz steigt die Zahl der Kletterunfälle. Die Bergwacht war 2025 bereits überdurchschnittlich oft bei Rettungen im Fels gefordert.

Pirna - In der Sächsischen Schweiz sind in diesem Jahr ungewöhnlich viele Kletterunfälle passiert. Wie das Deutsche Rote Kreuz (DRK) mitteilte, musste die Bergwacht von den bislang 83 Einsätzen in der Region 25 Mal wegen verunglückter Kletterer ausrücken. „Im Verhältnis zu den vergangenen Jahren ist das überdurchschnittlich oft“, so ein Sprecher. Auch tödliche Unfälle waren darunter.

Ob es sich um einen Trend oder einen einmaligen Ausreißer handelt, sei noch nicht abzusehen. Fest steht jedoch, dass der Klettersport an Beliebtheit gewonnen hat. Mit steigender Zahl der Aktiven wächst auch die Zahl der Unfälle. Hinzu kommt, dass manche Freizeitsportler ihre Fähigkeiten überschätzen. „Wer in der Boulderhalle klarkommt, kann nicht automatisch sicher im Gebirge klettern“, betonte das DRK.

Sachsenweit kam die Bergwacht im ersten Halbjahr 2025 bereits 591 Mal zum Einsatz. Neben der Sächsischen Schweiz gehören auch das Zittauer Gebirge, das Osterzgebirge, das westliche Erzgebirge und das Vogtland zu den Einsatzgebieten.

Im Erzgebirge sind die Retter vor allem im Winter gefragt – dann als Skiwacht. Neben Skiunfällen bereitet insbesondere das Rodeln Sorgen, da hier häufig Kinder in Unfälle verwickelt sind. Nicht selten sei fehlende Winterkleidung ein zusätzlicher Risikofaktor.

Für die Sächsische Schweiz steht der einsatzstärkste Monat noch bevor: Der Oktober gilt traditionell als Hochsaison. Neben Kletterunfällen gehören vor allem Stürze und Fehltritte beim Wandern zu den häufigsten Einsatzgründen. Auch Suchaktionen sind Teil der Arbeit – etwa nach einem älteren Ehepaar, das sich im Zittauer Gebirge verirrt hatte.

Die Bergwacht weist darauf hin, dass Leichtsinn ein häufiger Unfallfaktor ist. Touristen wie Einheimische unterschätzen oft die Gefahren der Mittelgebirge. Schätzungen zufolge könnten rund zwei Drittel der Einsätze durch bessere Vorbereitung und Vorsicht vermieden werden.

Die Bergwacht in Sachsen wird ausschließlich ehrenamtlich getragen. Aktuell engagieren sich 386 Einsatzkräfte in 19 Bereitschaften. Sie leisten Rettungseinsätze für Bergsteiger, Wanderer, Radfahrer und Wintersportler in unwegsamem Gelände – körperlich wie psychisch eine anspruchsvolle Aufgabe.