Dresden – In Sachsen haben mehr Väter als in anderen Bundesländern eine Freistellung vom Job in Anspruch genommen, um sich um ihre kranken Kinder zu kümmern. Etwa 36 Prozent der sächsischen Väter blieben zu Hause, wenn das Kind erkrankte, während bundesweit nur 27 Prozent der Väter dies taten. Trotz dieses Anstiegs bleibt die Kinderbetreuung in den meisten Fällen jedoch weiterhin eine Aufgabe der Mütter.
Laut einer Analyse der BARMER wurden im Jahr 2024 in Sachsen rund 13.100 Anträge auf Kinderkrankengeld von Frauen gestellt, während etwa 7.500 Männer ebenfalls davon Gebrauch machten. Monika Welfens, die Landesgeschäftsführerin der BARMER Sachsen, erklärt, dass das Kinderkrankengeld eine wertvolle Unterstützung für Eltern sei. Sie betont jedoch, dass Frauen nach wie vor den Großteil der Betreuung übernehmen, was häufig zu Einkommensverlusten führt.
Nutzung von Kinderkrankentagen bleibt zurück
Seit Januar 2024 können Eltern mehr Tage Kinderkrankengeld beantragen. Die Tage wurden von zehn auf 15 pro Kind erhöht. Alleinerziehende haben sogar Anspruch auf 30 Tage. Dennoch wurde ein Rückgang bei der tatsächlichen Nutzung der Tage festgestellt. Welfens führt dies auf die Sorge um den Arbeitsplatz sowie auf die Möglichkeit, im Homeoffice zu arbeiten, zurück.
Insgesamt wurden in Sachsen 2024 rund 20.560 Anträge auf Kinderkrankengeld gestellt, was einen Rückgang von rund 320 Anträgen im Vergleich zum Vorjahr bedeutet. Auch die Zahl der ausgezahlten Tage sank um etwa 1.670.