Fr., 08.05.2026 , 10:23 Uhr

Sachsen soll bis 2035 rund 1,63 Milliarden Euro erhalten

Milliarden für Bundeswehr im Osten

Die Bundeswehr plant hohe Investitionen in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen. Auch alte Standorte könnten wieder genutzt werden.

Dresden/Berlin - Die Bundeswehr plant in den kommenden Jahren Investitionen in Höhe von rund vier Milliarden Euro in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen. Nach Angaben des Bundesverteidigungsministeriums sollen die Mittel in „weitgehend alle Bereiche der Infrastruktur“ fließen. Geplant sind nach aktuellem Stand Investitionen von 1,45 Milliarden Euro bis 2029 sowie weitere 2,49 Milliarden Euro bis 2035.

Die Zahlen sind laut Ministerium Prognosen. Eine Sprecherin verwies darauf, dass sie sich aufgrund der derzeitigen weltpolitischen Lage mit großer Wahrscheinlichkeit noch verändern könnten.

Den größten Anteil der geplanten Investitionen soll Sachsen erhalten. Für den Freistaat sind bis 2035 insgesamt 1,63 Milliarden Euro vorgesehen. Sachsen-Anhalt soll 1,37 Milliarden Euro erhalten, Thüringen 944 Millionen Euro.

Ein konkretes Vorhaben in Sachsen ist der Aufbau eines neuen Bundeswehrstandortes im ostsächsischen Bernsdorf-Straßgräbchen in der Oberlausitz im Landkreis Bautzen. Dort soll ein neu aufzustellendes Logistikbataillon mit etwa 800 Dienstposten stationiert werden. Allein für diesen Standort werden Investitionen von rund 700 Millionen Euro in den kommenden zehn Jahren erwartet.

Welche weiteren Standorte in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen besonders bedeutsam sein werden, teilte das Verteidigungsministerium aus Gründen der operativen und militärischen Sicherheit nicht mit. Klar ist jedoch, dass auch die Reaktivierung stillgelegter Standorte geprüft wird.

Bereits im vergangenen Jahr hatte die Bundeswehr ein Moratorium für die Umwandlung ehemals militärisch genutzter Objekte im Eigentum des Bundes für zivile Zwecke verhängt. Betroffen sind bundesweit 187 nicht mehr genutzte Standorte. Nach Angaben des Ministeriums gehören dazu auch Flächen in Sachsen. Man stehe dazu mit regional Beteiligten in Kontakt.

Außerdem sollen 13 Standorte entgegen früherer Planungen nicht mehr stillgelegt werden. Dazu zählen unter anderem militärisch genutzte Teile des Berliner Flughafens Tegel.

Hintergrund der Investitionspläne sind auch Überlegungen zur künftigen Truppenstärke der Bundeswehr. Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius hatte Ende vergangenen Monats Pläne vorgestellt, nach denen die Bundeswehr in den kommenden Jahren deutlich wachsen soll. Aktuell umfasst die Truppe rund 186.000 Männer und Frauen. Künftig soll sie auf mindestens 460.000 anwachsen. Hinzu kommen soll eine einsatzbereite Reserve mit einer Stärke von 200.000.

In Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen leben nach Angaben des Bundesverteidigungsministeriums derzeit 5.910 Reservisten. Die meisten davon haben ihren Wohnsitz in Sachsen mit 2.550 Reservisten. In Sachsen-Anhalt sind es 1.740, in Thüringen 1.620.

Der Reservistenverband schätzt die Zahl der aktiven Reservisten bundesweit auf aktuell 60.000. Insgesamt hat der Verband nach eigenen Angaben 110.000 Mitglieder. Zuletzt sprach er sich für eine Anhebung der Altersgrenze für aktive Reservisten auf 70 Jahre aus.