Do., 30.04.2026 , 14:13 Uhr

Freistaat unterstützt Planung für Ladeinfrastruktur rund um Dresden

Millionenförderung für Batteriezüge

Der Freistaat Sachsen fördert die Planung von Ladeinfrastruktur für Batteriezüge im ZVVO-Gebiet mit einer Million Euro.

Dresden - Der Freistaat Sachsen unterstützt den Zweckverband Verkehrsverbund Ostsachsen, kurz ZVVO, mit einer Million Euro. Das Geld ist für die Entwurfs- und Genehmigungsplanung von Ladeinfrastruktur für Oberleitungs- und Batterie-Hybrid-Fahrzeuge vorgesehen. Diese Züge werden auch als Battery Electric Multiple Units, kurz BEMU, bezeichnet.

Mit der Förderung sollen die Voraussetzungen dafür geschaffen werden, dass im Schienenpersonennahverkehr im Raum Dresden künftig auf mehreren nicht oder nur teilweise elektrifizierten Strecken batterieelektrische Züge fahren können.

Planung für fünf Linien im ZVVO-Gebiet

Der ZVVO plant, SPNV-Leistungen ab Ende 2031 neu zu vergeben und dabei künftig BEMU-Fahrzeuge einzusetzen. Betroffen sind fünf Linien rund um Dresden und Ostsachsen.

Dazu gehören die S 7 zwischen Dresden und Königsbrück, die RB 71 zwischen Pirna, Neustadt in Sachsen und Sebnitz sowie die RB 72 beziehungsweise RE 19 zwischen Dresden, Heidenau und Altenberg. Außerdem sind die S 8 zwischen Dresden und Kamenz sowie eine Durchbindung der S 8 bis Hoyerswerda vorgesehen.

Ladepunkte und Teilelektrifizierung vorgesehen

Die finanzielle Unterstützung bezieht sich auf die Leistungsphasen 3 und 4, also die Entwurfs- und Genehmigungsplanung. Geplant wird die Infrastruktur, die den Einsatz von BEMU-Zügen auf den genannten Linien ermöglichen soll.

Vorgesehen sind unter anderem Ladepunkte an Abstell- und Endpunkten. Für die Linie S 7 betrifft das Ottendorf-Okrilla Nord und Königsbrück. Für die RB 71 sind Ladepunkte in Neustadt in Sachsen und Sebnitz geplant.

Zudem sollen bestehende Oberleitungsanlagen angepasst werden. Im Bahnhof Pirna sollen die Züge etwa während der Wendezeiten laden können. Auf der Strecke Heidenau bis Altenberg umfasst die Planung unter anderem eine Teilelektrifizierung zwischen Heidenau und Mühlbach. Dadurch sollen längere Abschnitte unter Fahrdraht entstehen und Batterien unterwegs nachgeladen werden können.

Vorplanung bereits abgeschlossen

Die vom ZVVO finanzierte Vorplanung, also die Leistungsphasen 1 und 2, ist bereits abgeschlossen. Die weitere Planung erfolgt in Abstimmung mit der DB InfraGO AG. Sie ist Eigentümerin der betroffenen Strecken und Trägerin der Maßnahme.

Die Gesamtplanungskosten für die Leistungsphasen 3 und 4 liegen bei rund fünf Millionen Euro. Der Freistaat beteiligt sich daran mit einer Million Euro.

Freistaat sieht Grundlage für klimafreundlichen Verkehr

Sachsens Staatsministerin für Infrastruktur und Landesentwicklung, Regina Kraushaar, erklärte anlässlich der Unterzeichnung der Finanzierungsvereinbarung, der ZVVO setze künftig auf klimafreundliche Züge ohne Dieselantrieb. Mit der Finanzierung der Planung werde die Grundlage geschaffen, damit batteriebetriebene Züge im Raum Dresden zuverlässig laden können.

Landrat Michael Geisler, Verbandsvorsitzender des ZVVO, wertete die Beteiligung des Freistaates an den Planungskosten als wichtiges Signal. Eine Neuvergabe und Umstellung auf BEMU im Raum Dresden und Ostsachsen könne jedoch nur gelingen, wenn auch die Finanzierung der Baukosten gesichert werde. Dazu befinde sich der ZVVO nach eigenen Angaben bereits im Austausch mit dem Freistaat.

So funktionieren BEMU-Züge

Batterieelektrische Züge fahren auf elektrifizierten Abschnitten unter Oberleitung. Auf Strecken ohne Fahrdraht nutzen sie ihre Batterien. Damit sie zuverlässig eingesetzt werden können, braucht es Ladeinfrastruktur und je nach Strecke zusätzliche Elektrifizierungsabschnitte.