Do., 07.05.2026 , 08:52 Uhr

Dresdner Verein kritisiert europäische Flüchtlingspolitik

Mission Lifeline: Zehn Jahre Seenotrettung

Seit zehn Jahren organisiert Mission Lifeline Seenotrettung. Der Dresdner Verein sieht die politische Lage für Geflüchtete und Helfer kritisch.

Dresden - Die Dresdner Hilfsorganisation Mission Lifeline organisiert seit zehn Jahren Seenotrettung für Geflüchtete auf hoher See. Zum Jubiläum zieht der Verein eine ernüchternde Bilanz. Nach Einschätzung der Organisation sei die Hilfe in den vergangenen Jahren professioneller geworden, die politischen Rahmenbedingungen hätten sich jedoch deutlich verschärft.

Der Vorstandsvorsitzende Nolte Bauer erklärte, das zehnjährige Bestehen sei kein Grund zum Feiern. Vielmehr sehe der Verein darin einen Hinweis auf ein grundlegendes Versagen der europäischen Politik. Mission Lifeline kritisiert, dass sich die Lage von Menschen auf der Flucht in den vergangenen Jahren dramatisch verschlechtert habe.

Nach Angaben des Vereins würden fundamentale Menschenrechte zunehmend infrage gestellt. Gleichzeitig sehe sich die zivile Seenotrettung immer wieder mit Kritik, politischen Einschränkungen und rechtlichen Auseinandersetzungen konfrontiert.

Auch Mission Lifeline selbst war in der Vergangenheit von juristischen Verfahren betroffen. Der damalige Kapitän Claus-Peter Reisch wurde auf Malta zunächst zu einer Geldstrafe von 10.000 Euro verurteilt. Hintergrund war der Vorwurf, sein Boot sei nicht ordnungsgemäß registriert gewesen. In einem Berufungsverfahren wurde Reisch im Jahr 2020 freigesprochen.

Mission Lifeline verweist mit Blick auf das Jubiläum vor allem auf die weiter bestehende Notlage von Geflüchteten auf See. Der Verein sieht die europäische Politik weiterhin in der Verantwortung, Menschenrechte zu schützen und Seenotrettung nicht zu kriminalisieren.