Do., 23.07.2026 , 14:33 Uhr

Mehr als 12.500 Menschen bewerteten 70 Maßnahmen für die Mobilität

mobiVOTE: Mehrheit für Dresdens Mobilitätsplan

Bei mobiVOTE haben mehr als 12.500 Menschen über 70 Dresdner Mobilitätsmaßnahmen abgestimmt. 65 erhielten Zustimmung, fünf ein neutrales Votum.

Dresden - Mehr als 12.500 Menschen haben sich an der digitalen Bürgerbeteiligung „mobiVOTE“ zum Dresdner Mobilitätsplan 2035+ beteiligt. Dabei konnten sie insgesamt 70 Maßnahmen für die künftige Gestaltung der Mobilität in der Landeshauptstadt bewerten.

Nach Angaben der Stadt erhielten 65 der vorgeschlagenen Maßnahmen eine klare Zustimmung. Die übrigen fünf wurden neutral bewertet. 77 Prozent der Teilnehmerinnen und Teilnehmer gaben an, dem Mobilitätsplan zuzustimmen, wenn sie Mitglieder des Stadtrates wären.

Die vollständigen Ergebnisse sind seit Donnerstag, 23. Juli 2026, auf der Internetseite der Landeshauptstadt Dresden abrufbar.

Fußverkehr erhält die höchsten Bewertungen

Die größte durchschnittliche Zustimmung erreichten die Maßnahmen für den Fußverkehr. Sie wurden im Mittel mit 4,2 von fünf möglichen Punkten bewertet.

Auch die Maßnahmen für den Kraftfahrzeugverkehr erhielten eine positive Bewertung. Sie kamen im Durchschnitt auf 3,7 von fünf Punkten.

Zu den Vorschlägen mit der größten Zustimmung gehören einfache Tarife im öffentlichen Personennahverkehr und ein stabiler Preis des Deutschlandtickets. Ebenfalls besonders positiv bewertet wurden ein barrierefreier Nahverkehr, barrierefreie Fußwege und eine gesicherte Finanzierung des ÖPNV.

Hohe Zustimmung gab es zudem für Verbesserungen des Radwegenetzes, direkte Radwegeverbindungen zu den Elbbrücken und die Trennung des Rad- vom Fußverkehr. Auch der Ausbau von Radrouten sowie eine stärkere regionale Zusammenarbeit bei Mobilitäts- und Verkehrsfragen gehören zu den am besten bewerteten Vorschlägen.

Darüber hinaus sprachen sich viele Teilnehmerinnen und Teilnehmer für bessere Fernverkehrsanbindungen mit Bahn, Bus und Flugzeug aus.

Mehr als 763.000 Einzelbewertungen abgegeben

Jede der 70 Maßnahmen wurde zwischen 8.000 und 12.000 Mal bewertet. Insgesamt registrierte die Stadt 763.400 Einzelbewertungen.

Etwa ein Drittel der Beteiligten nutzte zusätzlich das offene Kommentarfeld. Auf diesem Weg gingen rund 4.200 Hinweise, Anmerkungen und Änderungsvorschläge bei der Stadtverwaltung ein. Diese sollen ausgewertet und bei der weiteren Ausarbeitung der Maßnahmen berücksichtigt werden.

Der für Stadtplanung, Bau, Verkehr und Liegenschaften zuständige Beigeordnete Stephan Kühn sieht in der Beteiligung eine Grundlage für die Verkehrsplanung der kommenden zehn Jahre. Als nächsten Schritt müsse der Stadtrat über die vorgeschlagenen Maßnahmen entscheiden.

Hier gehts zu den Ergebnissen

Jugendliche gezielt beteiligt

Ein besonderer Schwerpunkt lag nach Angaben der Stadt auf der Beteiligung von Kindern und Jugendlichen. An 17 Oberschulen, Gymnasien und berufsbildenden Schulen wurden insgesamt 90 Unterrichtsstunden sowie mehrere Workshops durchgeführt.

Beteiligen konnten sich Schülerinnen und Schüler ab der siebten Klasse. Insgesamt waren 17 Prozent der Teilnehmerinnen und Teilnehmer jünger als 18 Jahre.

Die größte Altersgruppe bildeten Menschen zwischen 18 und 64 Jahren. Ihr Anteil lag bei 76 Prozent. 62 Prozent der Beteiligten waren berufstätig.

Rund 1.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer beziehungsweise acht Prozent kamen aus dem Dresdner Umland.

Auch viele Autofahrer beteiligten sich

Nach Angaben der Stadt nahmen auch viele Menschen teil, die regelmäßig den motorisierten Individualverkehr nutzen. 60 Prozent der Befragten fahren regelmäßig Auto – entweder ausschließlich oder im Wechsel mit dem Fahrrad und dem öffentlichen Nahverkehr.

Die Auswertung zeigt laut Stadt insgesamt nur geringe Unterschiede nach Alter, Geschlecht und Berufstätigkeit. Bei einzelnen Themen setzten verschiedene Gruppen jedoch unterschiedliche Schwerpunkte.

Einfache ÖPNV-Tarife und ein barrierefreier Zugang wurden von allen untersuchten Gruppen gleichermaßen gefordert. Frauen bewerteten direkte Fußwege innerhalb der Wohnquartiere besonders hoch.

Bei Pendlerinnen und Pendlern gehörten ein dichterer S-Bahn-Takt und der Neubau der Carolabrücke zu den zehn wichtigsten Maßnahmen. Menschen ab 65 Jahren zählten den Erhalt der bestehenden Verkehrsinfrastruktur zu ihren drei wichtigsten Vorschlägen.

Stadtrat soll 2027 entscheiden

Die Ergebnisse von mobiVOTE fließen nun in die Beschlussvorlage für den Mobilitätsplan 2035+ ein. Über die 70 Maßnahmen soll der Dresdner Stadtrat im ersten Quartal 2027 entscheiden.

Die Online-Befragung knüpft an die Bürgerbeteiligung „MOBIdialog 2035+“ an. In deren Diskussionsforen waren die Maßnahmen zuvor erarbeitet worden.

An diesem Prozess beteiligten sich zufällig ausgewählte Dresdnerinnen und Dresdner sowie Vertreter aus Wissenschaft, Politik, Verbänden, Vereinen und Institutionen. Nach Angaben der Stadt bestätigen die Ergebnisse der Online-Umfrage weitgehend die Resultate dieses Beteiligungsverfahrens.