Dresden – Die scheidende Generaldirektorin der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden, Marion Ackermann, fordert mehr Internationalität für deutsche Museen. Sie plädiert für stärkere globale Vernetzung, auch mit Kulturschaffenden in schwierigen politischen Systemen. „Wir müssen uns der Welt stellen“, so Ackermann, die im Sommer die Stiftung Preußischer Kulturbesitz übernehmen wird.
Ackermann betont, dass Kultur nie isoliert entstanden sei, sondern durch Austausch, Aneignung und Reflexion. „Kultur abzuschotten ist der falsche Weg“, sagt sie und sieht Museen in der Verantwortung, internationale Verbindungen auszubauen.
Museen befänden sich in einem tiefgreifenden Wandel, den sie aktiv mitgestalten müssten. Dazu gehöre eine klare ethische Haltung, digitale Kunst und Bildungsfragen. „Es braucht einen starken Kompass, der gemeinsam erarbeitet und diskutiert wird“, so Ackermann.
Für Ackermann sind Museen nicht nur Ausstellungshäuser, sondern auch Archive des Verborgenen. Sie spricht sich für mehr Transparenz und wissenschaftliche Forschung aus. Ein Beispiel sei das Dresdner Archiv der Avantgarden (ADA), das eine neue Idee von Museum verkörpere. (mit dpa)