Mi., 05.08.2026 , 09:53 Uhr

Betreiberin Verena Leister reagiert auf Anfeindungen nach großer Hilfswelle

Nach Shitstorm: Wanderrast gibt Spenden zurück

Nach rund 200.000 Euro Spenden für die zerstörte „Wanderrast“ in Rathen will Betreiberin Verena Leister das Geld wegen massiver Anfeindungen zurückzahlen.

Rathen - Nach der großen Hilfsbereitschaft für die bei einem Unwetter schwer beschädigte „Wanderrast“ im Kurort Rathen hat Betreiberin und TV-Köchin Verena Leister die Rückzahlung der eingegangenen Spenden angekündigt. Als Grund nannte sie massive Anfeindungen, Unterstellungen und Gerüchte in den sozialen Medien.

In einem Beitrag auf Instagram erklärte Leister, dass neben zahlreichen unterstützenden Reaktionen auch eine starke Welle negativer Nachrichten eingesetzt habe. Die Betreiber hätten nach ihren Angaben Anfeindungen über persönliche Nachrichten, Anrufe und Chatgruppen erreicht. Die Situation sei für sie und ihr Umfeld nicht mehr tragbar gewesen.

Aus diesem Grund wolle die „Wanderrast“ die gesammelten Spenden nicht annehmen. Jeder Spender solle seinen überwiesenen Betrag zurückerhalten, kündigte Leister an.

Rund 200.000 Euro innerhalb eines Tages

Nach den schweren Schäden an dem Imbiss und Bootsverleih am Amselsee waren innerhalb nur eines Tages rund 200.000 Euro zusammengekommen. Leister hatte sich zunächst öffentlich für die große Hilfsbereitschaft bedankt.

Da das festgelegte Spendenziel in kurzer Zeit erreicht worden war, wurde der Spendenlink geschlossen. Anschließend bat die Betreiberin darum, stattdessen den vom Unwetter betroffenen Kurort Rathen zu unterstützen.

Nach Darstellung Leisters folgten auf die große Solidarität jedoch zunehmend kritische Kommentare, Spekulationen und Unterstellungen. Besonders belastend sei gewesen, dass sich die Betreiber während der ohnehin schwierigen Aufräum- und Wiederaufbauarbeiten immer wieder rechtfertigen mussten.

Wiederaufbau verzögert sich erheblich

Die Entscheidung, die Spenden zurückzugeben, hat nach Angaben der Betreiberin Auswirkungen auf den geplanten Wiederaufbau. Zunächst solle abgewartet werden, welche finanzielle Unterstützung von öffentlicher Seite oder aus anderen Quellen zur Verfügung gestellt werden kann.

Weitere notwendige Arbeiten wolle die „Wanderrast“ nach Möglichkeit schrittweise aus eigenen Mitteln finanzieren. Dadurch werde sich der Wiederaufbau voraussichtlich deutlich länger hinziehen.

Eine Wiedereröffnung des Imbisses und des Bootsverleihs zu Ostern 2027 sei unter diesen Voraussetzungen nach Einschätzung Leisters nicht realistisch.

Gebäude und Ruderboote schwer beschädigt

Rathen war am Freitagabend, dem 31. Juli 2026, von einem kurzen, aber heftigen Unwetter mit Gewitter, Sturm und Starkregen getroffen worden. Bei dem Unwetter kam ein Mensch ums Leben. Drei weitere Personen wurden verletzt.

Auch die am Amselsee gelegene „Wanderrast“ wurde schwer beschädigt. Umstürzende Bäume trafen das Gebäude und knapp 30 Ruderboote. Der Imbiss und der angeschlossene Bootsverleih wurden dabei weitgehend verwüstet.