Dresden - Eigentlich wollen heute Tausende Menschen fröhlich und ausgelassen den sogenannten "Christopher Street Day" feiern.
Doch noch vor Beginn - der erste Schock: Dutzende vermummte Neonazis versuchen, die Veranstaltung zu stören. Aufgerufen hatte die neonazistische Gruppe und JN-nahe Gruppierung "Elblandrevolte", aus deren Umfeld auch die Schläger des brutalen Übergriffs auf Matthias Ecke stammen. Mit Glatze, Bomberjacke und teils Reichsfahnen versuchen die Rechtsextremen, die CSD-Anhänger einzuschüchtern. Die Polizei schafft es größtenteils, die Lager zu trennen. Behelmte Einsatzkräfte durchsuchen die Neonazis.
Noch bevor ab 14 Uhr die große CSD-Veranstaltung in der Innenstadt beginnt, versammeln sich spontan Hunderte in direkter Nähe zu den Neonazis, um ein Zeichen für Toleranz zu setzen.
Unter ihnen ist auch die sächsische Justizministerin Katja Maier (Grüne) und ihre Lebensgefährtin Josefine Paul (Grüne, Gleichstellungsministerin aus NRW): "Wir lassen uns davon nicht einschüchtern." Auch die Europaabgeordnete Anna Cavazzini (ebenfalls Grüne) demonstriert in Rufweite zu den Rechtsextremen.