Dresden - Die Staatsanwaltschaft Dresden und das Landeskriminalamt Sachsen ermitteln gegen zwölf polnische Staatsangehörige im Alter zwischen 19 und 54 Jahren. Ihnen wird unter anderem schwerer Bandendiebstahl in mehr als 70 Fällen vorgeworfen.
Nach Angaben der Ermittlungsbehörden sollen die Beschuldigten Mitglieder beziehungsweise führende Personen einer Bande gewesen sein, die von Polen aus europaweit und auch in Deutschland operiert haben soll.
Der Vorwurf: Zwischen Anfang 2017 und Ende 2025 sollen hochwertige Autos in verschiedenen Regionen Deutschlands gestohlen, anschließend nach Polen gebracht und dort gewinnbringend verwertet worden sein.
Die Ermittlungen betreffen zahlreiche mutmaßliche Fahrzeugdiebstähle in ganz Deutschland. Tatorte liegen unter anderem in Berlin, Dresden, Görlitz, Halle, Magdeburg, Mannheim, Münster, Saarbrücken, Wolfsburg und Zittau.
Auch mehrere weitere Orte in Sachsen werden in dem Verfahren genannt, darunter Ebersbach-Neugersdorf, Klipphausen, Niederau, Oybin, Radeberg, Radebeul, Schleife, Schönfeld und Zittau.
Nach Angaben von Staatsanwaltschaft und Landeskriminalamt beträgt der Gesamtschaden aufgrund des Wertes der entwendeten Fahrzeuge mehr als drei Millionen Euro.
Am 22. September 2026 wurden in Polen neun Beschuldigte festgenommen. Grundlage waren Europäische Haftbefehle, die von der Staatsanwaltschaft Dresden beantragt worden waren.
Die Festgenommenen befinden sich nach Angaben der Ermittlungsbehörden in Polen in Auslieferungshaft. Die Staatsanwaltschaft Dresden hat ihre Auslieferung nach Deutschland beantragt, damit das Strafverfahren hier durchgeführt werden kann.
Parallel zu den Festnahmen fanden am 22. September umfangreiche Durchsuchungen an mehreren Orten in Polen statt. Genannt werden unter anderem Wroclaw, Lubin, Zgorzelec, Bogatynia, Porajow, Ogorzelec und Zlotoryja.
Dabei stellten die Ermittler verschiedene Fahrzeugteile sicher. Diese sollen nach Angaben der Behörden von rund 30 gestohlenen Fahrzeugen stammen.
An dem Einsatz waren insgesamt 120 polnische sowie 60 sächsische Polizeibeamte beteiligt.
Die Maßnahmen in Polen werden nach Angaben der Behörden durch das europäische Förderprogramm ISF LUMEN Expanded mitfinanziert. Das Programm wird über den International Security Fund der Europäischen Union unterstützt und dient der Bekämpfung europaweit organisierter Kriminalität.
Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Dresden und des Landeskriminalamtes Sachsen dauern an. Für die Beschuldigten gilt bis zu einer rechtskräftigen Verurteilung die Unschuldsvermutung.