Dresden - Der niedrige Wasserstand in vielen sächsischen Flüssen könnte dazu führen, dass häufiger Bomben, Granaten oder andere Kampfmittel entdeckt werden. Nach Einschätzung des Kampfmittelbeseitigungsdienstes der Polizei steigt bei weiter sinkenden Wasserspiegeln die Wahrscheinlichkeit, dass Sprengmittel in den Flussbetten oder in Ufernähe sichtbar werden.
Einen deutlichen Anstieg entsprechender Funde gibt es bislang allerdings nicht. Wegen der anhaltenden Trockenheit führen derzeit vor allem Flüsse in Nord-, Ost- und Mittelsachsen Niedrigwasser.
Wer einen verdächtigen Gegenstand entdeckt, sollte diesen keinesfalls berühren oder bewegen. Die Annahme, dass alte Munition nach vielen Jahrzehnten ungefährlich geworden sei, ist laut Kampfmittelbeseitigungsdienst falsch.
Im Gegenteil können Bomben und Granaten durch den ursprünglichen Aufschlag, Korrosion und chemische Zersetzungsprozesse empfindlicher geworden sein. Das gilt insbesondere für Kampfmittel, die über lange Zeit im Wasser oder Schlamm gelegen haben.
Unter ungünstigen Bedingungen können sich zudem kristalline Ausblühungen des Sprengstoffs bilden. In einem solchen Fall ist das Kampfmittel nicht mehr sicher lagerfähig und muss umgehend unschädlich gemacht werden. Eine Bombe oder Granate kann dann gegebenenfalls direkt am Fundort gesprengt werden.
Wer einen möglichen Kampfmittelfund macht, sollte den Fundort markieren und andere Personen davor warnen, sich dem Gegenstand zu nähern. Anschließend soll sofort die Polizei über den Notruf 110 informiert werden.
Die weitere Bewertung und Sicherung übernimmt der Kampfmittelbeseitigungsdienst.