Chemnitz- Am Sonntag trafen in der Chemnitzer Messe die NINERS als Tabellendritte auf die EWE Baskets Oldenburg, die aktuell Zehnte sind. Trotz des Tabellenabstands von sieben Plätzen trennen die beiden Teams nur ein Sieg. Chemnitz will seine vier Siege in Folge ausbauen und sich im oberen Tabellendrittel festsetzen, während Oldenburg nach einem Trainerwechsel und einer bislang sieglosen Auswärtsbilanz versucht, erstmals in der Fremde zu gewinnen.
Der neue Coach Mladen Drijencic, der Oldenburg 2015 zum Pokalsieg führte, hat das Amt von Pedro Calles übernommen. Oldenburg setzt auf seine starke Guard-Rotation mit Spielern wie Geno Crandall und Justin Jaworski, sowie auf eine physische Präsenz unter den Körben. Chemnitz geht personell gut aufgestellt in das Spiel und setzt auf eine starke Teamleistung, besonders in der Defensive.
Für Chemnitz ist das Spiel der Auftakt zu einem Doppelspieltag, da 48 Stunden später das Champions-League-Spiel gegen BAXI Manresa folgt. Die NINERS wollen mit einem Sieg gegen Oldenburg ihren Platz in den Playoff-Rängen sichern. Ein Sieg würde für Chemnitz einen „Big Point“ im intensiven Rennen um die Playoff-Plätze bedeuten.
Das Spiel hatte kaum begonnen, da sicherte Nkamhoua mit einem Bilderbuch-Dunk die ersten 2 Punkte für die Orange Army. Trotz des direkten Konters der Oldenburger sorgte Nkamhoua erneut für einen 2-Punkte-Vorsprung. Oldenburg legte jedoch mit einem Dreier nach, und nach nur 2 Minuten Spielzeit stand es 4:5 für die Oldenburger.
Obwohl die Chemnitzer weiter oben in der Tabelle angesiedelt sind, schenkten sich die beiden Teams nichts. Nach 5 Minuten Spielzeit stand es 7:9 für die Jungs aus Oldenburg. Eddy Edigin sorgte jedoch mit einem Dreier in der 6. Minute für den Ausgleich. Jeder Korb war hart umkämpft. Beide Teams lieferten sich einen Sonntagskrimi der Extraklasse. Deandrew Lansdowne brachte die Chemnitzer Korbjäger in der 8. Minute wieder in Führung.
Das gesamte erste Viertel war ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Im Minutentakt punkteten die Teams. Eine Minute vor Schluss brachte Nikolas Tischler die Chemnitzer noch einmal in einen 3-Punkte-Vorsprung – 20:17 für die NINERS. Trotz der Aufholjagd der Oldenburger kämpfte sich die Orange Army mit Deandrew Lansdowne bis zum Ende des ersten Viertels auf einen 2-Punkte-Vorsprung – 22:20 für die NINERS.
Auch in das zweite Viertel stiegen beide Teams hoch motiviert ein. Nach nur zwei Minuten stand es für die Pastoren-Jungs 27:22. Die Gastgeber konnten dadurch erstmalig einen minimalen Abstand zu den Oldenburgern gewinnen. Wie ebenbürtig die beiden Teams sind, zeigte auch der Blick auf die Statistik. Nur bei den 3er-Würfen waren die Chemnitzer Jungs im Vorteil. Bis zur 5. Minute konnte die Orange Army ihren Vorsprung sogar um 10 Punkte ausbauen. Dieser schmolz jedoch innerhalb einer Minute auf einen 5-Punkte-Vorsprung. 34:29 für die NINERS Chemnitz in der 5. Minute.
Tischler baute den Vorsprung wieder aus und sorgte für den 38:31-Punktestand in der 6. Minute des zweiten Viertels. Deandrew Lansdowne erhöhte mit einem Dunk, und ein solider Block von Nkamhoua trug ebenfalls zum Ausbau des Vorsprungs bei. 42:33 für die NINERS, 3 Minuten vor dem Ende des zweiten Viertels. Die Oldenburger Jungs kämpften sich jedoch innerhalb kurzer Zeit wieder an die Chemnitzer heran. Bei einem Punktestand von 42:39 forderte Pastor erneut eine Auszeit für die Chemnitzer.
Der Most Likable Player Deandrew Lansdowne sorgte 40 Sekunden vor Ende des zweiten Viertels für einen Punktestand von 46:39. Die Gastgeber gingen mit einem 7-Punkte-Vorsprung in die Halbzeitpause – 46:39 für die NINERS.
Auch im dritten Viertel schenkten die Jungs aus Oldenburg den NINERS nichts. Mit den ersten Punkten im Viertel glichen sie auf 46:46 aus und gingen mit einem Dreier in Führung. Erst nach dreieinhalb Minuten punkteten die NINERS und holten sich die Führung zurück, indem sie mit 50:49 in Front gingen.
Von einer klaren Führung war jedoch nicht die Rede. In einem knappen Kopf-an-Kopf-Rennen schafften es die Gäste, wieder an der Orange Army vorbeizuziehen, und führten mit 52:56. Dank der Dreier von Tischler und Edigin blieben die Gastgeber jedoch nicht lange zurück und nahmen das Steuer wieder in die Hand, führten nun mit 60:56. Doch es blieb spannend. Mit noch einer Minute auf der Uhr im vorletzten Durchgang lagen die NINERS nur knapp mit 64:62 vorn. Zum Schluss des dritten Viertels führten die NINERS mit 66:62.
Das finale Viertel sorgte für Hochspannung in der Messe Chemnitz. Zwei durch Videoanalyse unverdiente Freiwürfe sorgten für erhitzte Gemüter in der Halle. Nach knapp 2 Minuten hatten die Gastgeber wieder die Nase vorn und bestätigten ihre 10-Punkte-Führung durch Jeff Garrett, der zum 72:62 traf. Im letzten Viertel wurde noch einmal deutlich, wie gut die NINERS funktionieren, wenn sie wollen. Trotz zahlreicher Angriffe der Oldenburger behielten die Chemnitzer die Oberhand und dominierten das letzte Viertel. Auch Deandrew Lansdowne bewies, warum er der Most Likable Player ist.
Während des gesamten Spiels verwandelte er die Vorlagen und kämpfte sich solide an die Punktespitze. Er gehörte am Sonntagabend wieder zu den Top-Scorern. Trotz der Führung blieb es auch im letzten Viertel spannend. In der 7. Spielminute kamen die Jungs aus Oldenburg den Chemnitzern noch einmal gefährlich nahe, der Punktestand betrug 79:71. Lansdowne baute mit einem Bilderbuch-Dreier die Führung wieder aus und erhöhte auf 82:71.
In den letzten beiden Spielminuten mobilisierten die Kontrahenten noch einmal alle Kräfte. Auch Lansdowne glänzte erneut und sorgte für Ballbesitz für die NINERS. Lansdowne setzte mit einem Dreier noch einen obendrauf und erhöhte auf 87:75 für die Orange Army. Mit einem finalen Punktestand von 87:78 holten die NINERS den Sieg nach Hause.