Mi., 07.01.2026 , 13:42 Uhr

Krankenhäuser für Blackout gerüstet – mit Grenzen

Notstrom sichert Klinikbetrieb in Sachsen

Sachsens Kliniken können Stromausfälle mit Notstrom überbrücken. Bei längerem Blackout müssten jedoch Behandlungen eingeschränkt werden.

Dresden - Nach einem großflächigen Stromausfall in Berlin sehen sich Sachsens Krankenhäuser grundsätzlich auf vergleichbare Situationen vorbereitet. Wie das Universitätsklinikum Dresden mitteilte, stehen ausreichend Notstromkapazitäten zur Verfügung, um den medizinischen Grundbetrieb für eine gewisse Zeit aufrechtzuerhalten. Dazu zählen insbesondere lebenswichtige Bereiche wie Intensivstationen und Operationssäle.

Auch das Klinikum Chemnitz verweist auf klare Vorgaben für Krankenhäuser als kritische Infrastruktur. Demnach müsse die Versorgung bei Stromausfällen für bis zu 24 Stunden gewährleistet sein. In Chemnitz erfolgt dies über insgesamt elf Netzersatzaggregate, die unter anderem Notaufnahme, OP-Bereiche, Intensivstationen, Sicherheitsbeleuchtung, Aufzüge und Brandschutzanlagen versorgen.

Längerer Blackout hätte Folgen für Behandlungen

Gleichzeitig machen die Kliniken deutlich, dass ein länger andauernder Stromausfall Einschränkungen nach sich ziehen würde. Am Universitätsklinikum Dresden hieß es, ein Ausfall über einen längeren Zeitraum würde zu einer Reduzierung medizinischer Leistungen führen. Betroffen wären vor allem geplante und nicht dringliche Behandlungen sowie Operationen.

Notfallszenarien würden regelmäßig gemeinsam mit Behörden und Energieversorgern überprüft. Bei Neubauten werde zudem berücksichtigt, zusätzliche Notstromaggregate einzuplanen, um die Versorgungssicherheit weiter zu erhöhen.

Berliner Stromausfall als Prüfstein

Der jüngste Stromausfall in Berlin wurde auch in sächsischen Kliniken aufmerksam verfolgt. Unmittelbare Konsequenzen für die eigene Notfallplanung sehen die Krankenhäuser im Freistaat derzeit jedoch nicht. Das Dresdner Universitätsklinikum musste einen vergleichbaren Ernstfall zuletzt im Jahr 2021 bewältigen. Damals hatte ein Heliumballon einen Kurzschluss im Umspannwerk Dresden-Süd ausgelöst, wodurch zeitweise rund 300.000 Haushalte in Dresden ohne Strom waren.

Welche Klinikbereiche im Ernstfall prioritär versorgt werden, hängt laut Universitätsklinikum von der jeweiligen Lage ab. In Chemnitz geht man davon aus, alle drei Klinikstandorte im Notfall ausreichend mit Energie versorgen zu können.

Netzbetreiber bereiten sich auf Krisen vor

Auch Sachsens größter Netzbetreiber Mitnetz gibt an, regelmäßig Krisenszenarien zu proben. Dazu zählen Naturkatastrophen ebenso wie mutwillige Beschädigungen. Pressesprecher Hagen Ruhmer erklärte, man habe auch politisch motivierte Angriffe im Blick und ergreife entsprechende Gegenmaßnahmen. Besonders häufig seien derzeit Cyberangriffe und Buntmetalldiebstähle. Zusätzlich verfüge Mitnetz über mobile Generatoren, von denen einige nach dem Stromausfall auch nach Berlin entsandt wurden.

Ähnlich äußerte sich der Energieversorger Eins Energie, dessen Tochter Inetz das Stromnetz in Chemnitz und Teilen Südwestsachsens betreibt. Aus Sicherheitsgründen äußere man sich nicht zu Details der Krisenversorgung. Auch hier nehme Vandalismus, Cyberkriminalität und gezielte Sabotage zu. Das Stromnetz werde deshalb bereits in der Planungsphase redundant ausgelegt, um Ausfälle beherrschbar zu halten.