Mo., 30.03.2026 , 13:28 Uhr

VVO und VMS erhöhen Fahrpreise zum 1. April 2026

ÖPNV in Sachsen wird ab April teurer

Fahrgäste in Sachsen müssen ab April mehr zahlen: VVO und VMS erhöhen Ticketpreise. Einige Abos bleiben stabil, neue Regeln und Angebote kommen hinzu.

Dresden/Chemnitz - Zum 1. April 2026 steigen in mehreren Verkehrsverbünden in Sachsen die Preise für Bus und Bahn. Sowohl im Verkehrsverbund Oberelbe (VVO) als auch im Verkehrsverbund Mittelsachsen (VMS) treten neue Tarife in Kraft. Als Gründe nennen die Verbünde vor allem gestiegene Personal- und Betriebskosten sowie allgemeine Preisentwicklungen.

Preisanpassungen im VVO

Im Verkehrsverbund Oberelbe erhöhen sich die Ticketpreise durchschnittlich um 3,3 Prozent. Eine Einzelfahrt in Dresden kostet künftig 3,60 Euro, in anderen Tarifzonen 3,30 Euro. Für Fahrten über mehrere Tarifzonen hinweg steigen die Preise um 20 bis 40 Cent.

Auch die 4er-Karte wird teurer und kostet künftig 13 Euro. Neu eingeführt wird eine Kurzstrecken-Einzelfahrt für 2,10 Euro, die ausschließlich über die App FAIRTIQ erhältlich ist. Alternativ bleibt die Kurzstrecke als 4er-Karte für 8,40 Euro in Papierform verfügbar.

Die Preise für Tageskarten steigen je nach Angebot um 30 Cent bis 1,80 Euro. Ebenso gelten für Wochen- und Monatskarten neue Preise.

Unverändert bleiben hingegen das Deutschlandticket sowie das vom Freistaat Sachsen geförderte BildungsTicket, deren Preise bereits zuvor angepasst wurden.

Änderungen bei Ticketsystem und Angebot

Mit der Tarifanpassung entfallen im VVO das NachtTicket und die 9-Uhr-Monatskarte. Gleichzeitig wird das System für Zeitkarten vereinfacht: Fahrgäste wählen künftig beim Kauf von Wochen- und Monatskarten einen festen Starttag. Eine separate Entwertung ist nicht mehr notwendig.

Damit reagiert der Verbund auch auf sinkende Nutzerzahlen klassischer Zeitkarten und den zunehmenden Einsatz digitaler Angebote. Zudem entstehen für Betrieb und Wartung der Entwerter jährlich Kosten von rund einer Million Euro.

Übergangsregelungen für Fahrgäste

Um den Umstieg zu erleichtern, gelten alte Tickets noch bis zum 30. Juni 2026. Dazu zählen Einzelfahrscheine, 4er-Karten sowie Tages-, Wochen- und Monatskarten. Fahrgäste können vorhandene Fahrscheine somit weiterhin nutzen.

Nicht genutzte Tickets können zudem ab April gegen Aufpreis umgetauscht werden. Dafür haben Fahrgäste bis zu drei Jahre Zeit.

Preissteigerungen auch im VMS

Auch im Verkehrsverbund Mittelsachsen steigen die Preise. Hier liegt die durchschnittliche Erhöhung bei 2,4 Prozent. Eine Einzelfahrt für eine Tarifzone kostet künftig 3,30 Euro und damit 10 Cent mehr als zuvor.

Der VMS umfasst die Stadt Chemnitz sowie die Landkreise Zwickau, Mittelsachsen und Erzgebirge. Nach Angaben des Verbundes bleiben viele Abo-Angebote preislich stabil. Dazu zählen unter anderem das Deutschlandticket, das Bildungsticket, das Seniorenticket sowie bestimmte Abo-Monatskarten.

Rund 75 Prozent der Fahrgäste im VMS nutzen laut Verbund Abonnements und sind damit von den Preiserhöhungen nicht betroffen.

Hintergrund der Anpassungen

Beide Verkehrsverbünde begründen die Preisanpassungen vor allem mit gestiegenen Kosten für Personal, Material und Betrieb. Die Anpassungen wurden jeweils bereits in den vergangenen Monaten von den zuständigen Gremien beschlossen.

Mit den neuen Tarifen reagieren die Verkehrsunternehmen auf wirtschaftliche Entwicklungen und setzen zugleich verstärkt auf digitale Angebote und vereinfachte Ticketstrukturen.