Dresden - Das durch einen Brand im Juni 2025 stark beschädigte Areal der ehemaligen Staatsoperette im Dresdner Stadtteil Leuben soll komplett neu gedacht und entwickelt werden. Die Stadtverwaltung sieht in der Katastrophe die Chance für eine städtebauliche Neuausrichtung.
Konzeptionelle Neuausrichtung
Baubürgermeister Stephan Kühn stellte am 20. August 2025 im Stadtbezirksbeirat Leuben die Planungen vor. Demnach sollen auf dem Gelände drei Entwicklungsareale entstehen: Zur Straße hin ist ein Stadtteilzentrum mit Bibliothek, Veranstaltungsräumen und sozialen Angeboten vorgesehen. Im mittleren Bereich sind neue Wohnflächen geplant – mit Fokus auf sozialer Durchmischung und besonderen Wohnformen. Der rückwärtige Teil soll die angrenzende Sportanlage erweitern.
Die Wohnbauflächen sollen über eine Konzeptausschreibung an private Investoren vergeben werden. Parallel wird das Konzept für das Stadtteilzentrum unter Beteiligung des Stadtbezirksbeirates und der Bürgerinitiative „Alte Operette – Leuben“ weiterentwickelt. Über die Pläne wird der Stadtrat entscheiden.
Sicherung der Brandruine
Der Brand hat große Teile des Gebäudes zerstört. In Abstimmung mit dem Versicherer müssen das ehemalige Bühnenhaus sowie der straßenseitige Kopfbau abgerissen werden. Die Ruine wurde inzwischen gesichert: Teile des Dachs wurden abgenommen, Öffnungen verschlossen, um unerlaubtes Betreten zu verhindern und die Verkehrssicherheit zu gewährleisten.
Beschlussgeschichte
Die Gebäude stehen seit 2016 nach dem Auszug des Theaterbetriebs leer. 2021 wurde eine Machbarkeitsstudie zur Nachnutzung beauftragt, in die auch Bürgerideen eingeflossen sind. Die Ergebnisse wurden im Herbst 2022 im Stadtbezirksrat vorgestellt. Nun bekommt das Projekt durch die Brandfolgen neue Dynamik.