Do., 10.09.2026 , 12:18 Uhr

Sachsens Wirtschaftsminister setzt weiter auf Fahrzeugproduktion am Standort

Panter fordert Konzept für VW-Werk Zwickau

Wirtschaftsminister Dirk Panter fordert von Volkswagen zeitnah Klarheit über die Zukunft des Werks in Zwickau. Im Fokus soll die Fahrzeugproduktion bleiben.

Dresden/Zwickau - Sachsens Wirtschaftsminister Dirk Panter (SPD) fordert von der Volkswagen-Spitze ein zeitnahes Konzept für die Zukunft des Werks in Zwickau. Nach einem Gespräch mit Geschäftsführung und Arbeitnehmervertretern machte Panter deutlich, dass eine Entscheidung aus seiner Sicht nicht noch Monate auf sich warten dürfe.

„Das darf nicht erst in einem halben Jahr passieren, sondern wir brauchen das jetzt zeitnah, damit man gemeinsam arbeiten kann“, sagte der Wirtschaftsminister. Sein Ziel sei es, die Fahrzeugproduktion am traditionsreichen Standort fortzuführen.

Fahrzeugproduktion bleibt für Panter im Mittelpunkt

Sollte Volkswagen andere Möglichkeiten für das Werk prüfen, müsse der Konzernvorstand diese konkret vorlegen, sagte Panter. Derzeit sehe er jedoch keine entsprechenden Alternativen.

Im Mittelpunkt stehen für ihn weiterhin die klassische Fahrzeugproduktion oder möglicherweise die Fertigung chinesischer Modelle. Diese Varianten seien bislang als mögliche Alternativen für den Standort diskutiert worden.

Einen Umbau des Zwickauer Werks zu einem Rüstungsstandort hält Panter dagegen kurzfristig nicht für realistisch. Das VW-Werk in Osnabrück, bei dem entsprechende Überlegungen im Raum stehen, habe andere Voraussetzungen. In Zwickau müsse es aus seiner Sicht weiterhin um Fahrzeugproduktion gehen.

Volkswagen plant weiteren Stellenabbau

Die Diskussion um die Zukunft des Standorts findet vor dem Hintergrund eines neuen Sparprogramms bei Volkswagen statt. Der Aufsichtsrat hatte in der vergangenen Woche ein umfassendes Paket beschlossen. Konzernchef Oliver Blume will Europas größten Autobauer effizienter und kostengünstiger aufstellen.

Damit verbunden ist ein weiterer Stellenabbau. Vorstand und Arbeitnehmer hatten sich bereits 2024 auf den Abbau von 50.000 Stellen bis 2030 verständigt. Nach den Planungen zum „Zukunftsplan 2030“ könnten konzernweit rund 50.000 weitere Stellen hinzukommen.

Der Betriebsrat betonte allerdings, dass es sich bei dieser zusätzlichen Zahl bislang um ein Ziel handele. Der Vorstand müsse noch darlegen, an welchen Standorten Stellen wegfallen könnten, in welchem Umfang dies geschehen soll und in welchem Zeitraum die Pläne umgesetzt werden könnten.

Zukunft mehrerer VW-Standorte offen

Neben Zwickau ist auch die langfristige Zukunft der Werke in Hannover und Emden sowie des Audi-Standorts in Neckarsulm nicht geklärt.

Nach Angaben der VW-Spitze könne für die vier Standorte derzeit keine wettbewerbsfähige Folgebelegung garantiert werden. Betroffen ist der Zeitraum ab den Jahren 2031 bis 2034.

Für das Werk in Zwickau fordert Sachsens Wirtschaftsminister deshalb möglichst schnell Klarheit. Für Panter bleibt die Fortsetzung der Fahrzeugproduktion dabei das zentrale Ziel.