Leipzig - Der Ausbau des Parkbogen Ost im Leipziger Osten nimmt weiter Gestalt an. Die Stadt Leipzig hat die nächsten Planungsbeschlüsse auf den Weg gebracht: In den kommenden zwei Jahren soll ein neuer Gartenpark auf einer ehemaligen Bahntrasse entstehen. Zusätzlich ist der Neubau der Brücke über die Torgauer Straße vorgesehen.
Der sogenannte Gartenpark wird mit rund vier Millionen Euro aus dem Europäischer Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) gefördert. Die Stadt Leipzig beteiligt sich mit weiteren rund 1,88 Millionen Euro an der Finanzierung des Parks am Sellerhäuser Bogen. Für den Neubau der Brücke über die Torgauer Straße sind zusätzliche Investitionen von rund einer Million Euro vorgesehen, auch dieses Vorhaben wird mit EFRE-Mitteln in Höhe von etwa 1,7 Millionen Euro kofinanziert.
Der neue Gartenpark entsteht auf rund 450 Metern Länge der früheren Bahntrasse in Anger-Crottendorf. Er schließt unmittelbar an bereits fertiggestellte Abschnitte des Parkbogen Ost an, darunter das Sellerhäuser Viadukt sowie die Brücken an der Theodor-Neubauer-Straße und der Liselotte-Herrmann-Straße. Insgesamt umfasst der neue Park eine Fläche von etwa 16.000 Quadratmetern.
Gestalterisch orientiert sich der Gartenpark an den angrenzenden Kleingartenanlagen. Die breite Bahndammebene wird in zwei Stränge aufgeteilt: Ein fünf Meter breiter westlicher Weg dient als Hauptverbindung für Fußgänger und Radfahrer. Daneben entsteht ein zentraler Freiraum mit Obstwiesen und Rasenflächen, die zum Spielen, Verweilen und Picknicken genutzt werden können. Heckengefasste Bereiche sind unter anderem für gemeinschaftliches Gärtnern vorgesehen.
Charakteristische Elemente der früheren Bahntrasse sollen bewusst erhalten bleiben. Dazu zählen Schotterbänder mit alten Bahnschwellen, die abschnittsweise bestehen bleiben und mit standortangepassten Stauden und Gehölzen bepflanzt werden. Die vorhandene Vegetation wird ergänzt und weiterentwickelt, um die städtische Artenvielfalt zu fördern.
Der Gartenpark wird barrierefrei gestaltet. Rampen und bereits fertiggestellte Treppen an den Brücken über die Liselotte-Herrmann-Straße und die Theodor-Neubauer-Straße binden den Höhenweg an das umliegende Wegenetz an. Für eine sichere Nutzung in den Abendstunden sind speziell entworfene Mastleuchten vorgesehen.
Ein weiterer zentraler Bestandteil des Projekts ist der Neubau der Brücke über die Torgauer Straße, die 2021 von der Deutschen Bahn übernommen wurde. Die derzeitige Durchfahrtshöhe von rund 3,70 Metern entspricht nicht der Bedeutung der Torgauer Straße als Autobahnzubringer. Durch den Neubau soll die Durchfahrtshöhe auf etwa fünf Meter erhöht werden.
Aus Gründen der Nachhaltigkeit und Wirtschaftlichkeit wird der bestehende Unterbau der Brücke, einschließlich der Widerlager, weiter genutzt. Der neue Überbau soll aus einem schlanken, einfeldrigen Aluminiumträger bestehen und künftig Fußgängern sowie Radfahrern dienen. So wird das grüne Aktivband des Parkbogen Ost über die Straße hinweg fortgeführt.
Der Baustart für den Gartenpark ist für Oktober 2026 geplant. Die Arbeiten an der Brücke über die Torgauer Straße sollen im März 2027 beginnen.
Ziel des Gesamtprojekts Parkbogen Ost ist es, den ehemaligen östlichen S-Bahnbogen schrittweise in einen durchgehenden grünen Höhenzug mit Fuß- und Radwegen umzuwandeln. Die frühere Barrierewirkung der Bahntrasse soll überwunden werden, indem an allen Querungen barrierefreie Zugänge entstehen. Geplant sind zudem Aufenthaltsflächen sowie barrierearme Sport- und Spielangebote.
Langfristig soll die sogenannte Nordspange des Parkbogen Ost vom westlichen Bereich des Hauptbahnhofs über das Gothische Bad und den Volksgarten führen, die Brücke an der Torgauer Straße queren und anschließend in Richtung Portitzer Straße und Paunsdorf verlaufen.