Leipzig/Schkeuditz - Am Flughafen Leipzig/Halle hat die Polizei in der Nacht zu Mittwoch eine Drohne in der Nähe eines ukrainischen Transportflugzeugs sichergestellt. Das bestätigte ein Sprecher der Nato gegenüber der Deutschen Presse-Agentur. Nach Informationen aus Sicherheitskreisen sollen an dem Fluggerät Sprengstoff und ein Zünder befestigt gewesen sein.
Eine offizielle Bestätigung zu Art und Beschaffenheit des möglichen Sprengstoffs lag zunächst nicht vor. Auch zu den Hintergründen des Vorfalls machten die Ermittlungsbehörden bislang keine näheren Angaben.
Nach Informationen aus Sicherheitskreisen wurde die Drohne kurz vor Mitternacht in der Nähe einer ukrainischen Antonow-Transportmaschine bemerkt. Einsatzkräfte der Polizei sicherten das Fluggerät anschließend.
Die Bundespolizei war nach den vorliegenden Angaben am frühen Morgen an der Untersuchung beteiligt. Die Drohne soll mithilfe eines Röntgengeräts überprüft worden sein. Weitere Ergebnisse dieser Untersuchung wurden zunächst nicht öffentlich mitgeteilt.
Die Polizeidirektion Leipzig hatte in ihrer ersten offiziellen Mitteilung von einem unbekannten Flugobjekt in der Nähe des Flughafens sowie von einem verdächtigen Gegenstand im Bereich der Südpiste gesprochen. Dabei kam auch ein Sprengstoffroboter zum Einsatz.
Ob und wie das zunächst gemeldete Flugobjekt und der Gegenstand auf der Südpiste miteinander zusammenhängen, ging aus der ersten Mitteilung der Polizei nicht hervor.
Wegen des sicherheitsrelevanten Vorfalls wurde der Flugbetrieb am Flughafen Leipzig/Halle in der Nacht vorübergehend vollständig eingestellt. Mehrere Maschinen mussten auf andere Flughäfen umgeleitet werden. Darunter befand sich nach Angaben der Polizeidirektion Leipzig auch ein Passagierflugzeug.
Das unbekannte Flugobjekt war nach Angaben der Polizei am Dienstag, 4. August 2026, gegen 23.40 Uhr gemeldet worden. Wegen des zusätzlichen Fundes im Bereich der Südpiste wurden weitere Sicherheitsmaßnahmen eingeleitet.
Die Polizei teilte mit, dass keine akute Gefahr bestehe.
Der Flugbetrieb im Nordbereich des Flughafens wurde nach Polizeiangaben um 1.55 Uhr wieder aufgenommen. Die Südpiste blieb am Mittwochmorgen für die weiteren Ermittlungen gesperrt.
Welche Auswirkungen die Sperrung im weiteren Tagesverlauf auf Starts und Landungen hat, war zunächst nicht bekannt. Angaben zur Dauer der Ermittlungen oder zu einer vollständigen Freigabe des Flughafens lagen zunächst ebenfalls nicht vor.
Die Landespolizei hat die Ermittlungen übernommen und arbeitet dabei mit der Bundespolizei zusammen. Gegenstand der Untersuchungen sind unter anderem die Herkunft der Drohne, die Art des daran befestigten Gegenstands und die Frage, wer das Fluggerät gesteuert haben könnte.
Ob die ukrainische Transportmaschine gezielt gefährdet werden sollte, ist bislang nicht bestätigt. Auch zu einem möglichen Motiv oder zu verdächtigen Personen machten die Sicherheitsbehörden zunächst keine Angaben.
Die weiteren Untersuchungen sollen klären, was sich in der Nacht am Flughafen Leipzig/Halle genau ereignet hat.