Mi., 05.08.2026 , 11:39 Uhr

Flugbetrieb zeitweise gestoppt – Südpiste bleibt für Ermittlungen gesperrt

Polizei sichert Drohne am Flughafen Leipzig

Am Flughafen Leipzig/Halle ist eine Drohne nahe einem ukrainischen Flugzeug sichergestellt worden. Sicherheitskreise berichten von Sprengstoff und einem Zünder.

DROHNE mit Sprengsatz: Großeinsatz am Flughafen Leipzig/ Halle
Am Flughafen Leipzig/Halle ist in der Nacht eine Drohne mit einer unbekannten Sprengvorrichtung gefunden worden. Ein mutmaßlich zweites Flugobjekt soll zudem mit einem Frachtflugzeug zusammengestoßen sein. Landes- und Bundessicherheitsbehörden ermitteln. Am Flughafen Leipzig/Halle hat sich in der Nacht vom 4. auf den 5. August ein schwerwiegender Sicherheitsvorfall ereignet. Nach Angaben der Generalstaatsanwaltschaft Dresden wurde im Sicherheitsbereich des Frachtflugbetriebs eine Drohne mit einer unbekannten Sprengvorrichtung entdeckt. Ein Mitarbeiter des Flughafens hatte die Drohne in der Nähe der Start- und Landebahn „Südpiste“ gefunden. Die Bundespolizei untersuchte den Gegenstand mit Unterstützung eines Sprengstoffroboters. Eine Spezialeinheit entfernte anschließend den Zünder der Vorrichtung. Frachtflugzeug offenbar leicht beschädigt Während der Sperrung der Landebahn musste ein Frachtflugzeug nach Angaben der Ermittler durchstarten. Dabei soll die Maschine mit einem mutmaßlich zweiten, bislang unbekannten Flugobjekt zusammengestoßen sein. Das Flugzeug landete später in Hannover. Dort wurden leichte Beschädigungen festgestellt. Ob die beiden Flugobjekte miteinander in Verbindung stehen, ist bislang nicht bekannt. Flugbetrieb zeitweise eingestellt Nach dem Fund der Drohne wurde der Flugbetrieb am Flughafen zunächst vollständig eingestellt. Nach einer umfangreichen Kontrolle konnte die Nordpiste noch in der Nacht wieder freigegeben werden. Die Südpiste sollte am Mittwoch unabhängig von dem Vorfall wegen geplanter Wartungsarbeiten nicht genutzt werden. Der Passagierflugverkehr ist nach Behördenangaben nicht beeinträchtigt. Für Passagiere und Beschäftigte des Flughafens bestehe derzeit keine Gefahr. Schuster spricht von ernstem Sicherheitsvorfall Sachsens Innenminister Armin Schuster bezeichnete die Ereignisse als „sehr ernsten Sicherheitsvorfall“. Landes- und Bundessicherheitsbehörden arbeiteten seit der Nacht gemeinsam an der Aufklärung. In die Ermittlungen sind unter anderem die Generalstaatsanwaltschaft Dresden, das Landeskriminalamt Sachsen, die Bundespolizei und das Gemeinsame Zentrum zur Abwehr hybrider Bedrohungen eingebunden. Die Ermittlungen führen die Zentralstelle Extremismus Sachsen bei der Generalstaatsanwaltschaft Dresden und das Polizeiliche Terrorismus- und Extremismus-Abwehrzentrum des Landeskriminalamtes. Zu einem möglichen Motiv, den Verantwortlichen und den Hintergründen machten die Behörden zunächst keine Angaben. Ermittler bitten Zeugen um Hinweise Das Landeskriminalamt Sachsen hat ein Hinweistelefon und ein Online-Hinweisportal eingerichtet. Gesucht werden Zeuginnen und Zeugen, die sich vom Nachmittag des 4. August bis zum Morgen des 5. August im Bereich des Flughafens Leipzig/Halle aufgehalten und verdächtige Personen, Fahrzeuge oder Fahrzeugbewegungen beobachtet haben. Auch Fotos, Videos und Hinweise aus sozialen Netzwerken oder anderen Bereichen des Internets könnten für die Ermittlungen von Bedeutung sein.

Leipzig/Schkeuditz - Am Flughafen Leipzig/Halle hat die Polizei in der Nacht zu Mittwoch eine Drohne in der Nähe eines ukrainischen Transportflugzeugs sichergestellt. Das bestätigte ein Sprecher der Nato gegenüber der Deutschen Presse-Agentur. Nach Informationen aus Sicherheitskreisen sollen an dem Fluggerät Sprengstoff und ein Zünder befestigt gewesen sein.

Eine offizielle Bestätigung zu Art und Beschaffenheit des möglichen Sprengstoffs lag zunächst nicht vor. Auch zu den Hintergründen des Vorfalls machten die Ermittlungsbehörden bislang keine näheren Angaben.

Drohne nahe ukrainischer Antonow entdeckt

Nach Informationen aus Sicherheitskreisen wurde die Drohne kurz vor Mitternacht in der Nähe einer ukrainischen Antonow-Transportmaschine bemerkt. Einsatzkräfte der Polizei sicherten das Fluggerät anschließend.

Die Bundespolizei war nach den vorliegenden Angaben am frühen Morgen an der Untersuchung beteiligt. Die Drohne soll mithilfe eines Röntgengeräts überprüft worden sein. Weitere Ergebnisse dieser Untersuchung wurden zunächst nicht öffentlich mitgeteilt.

Die Polizeidirektion Leipzig hatte in ihrer ersten offiziellen Mitteilung von einem unbekannten Flugobjekt in der Nähe des Flughafens sowie von einem verdächtigen Gegenstand im Bereich der Südpiste gesprochen. Dabei kam auch ein Sprengstoffroboter zum Einsatz.

Ob und wie das zunächst gemeldete Flugobjekt und der Gegenstand auf der Südpiste miteinander zusammenhängen, ging aus der ersten Mitteilung der Polizei nicht hervor.

Flugbetrieb in der Nacht eingestellt

Wegen des sicherheitsrelevanten Vorfalls wurde der Flugbetrieb am Flughafen Leipzig/Halle in der Nacht vorübergehend vollständig eingestellt. Mehrere Maschinen mussten auf andere Flughäfen umgeleitet werden. Darunter befand sich nach Angaben der Polizeidirektion Leipzig auch ein Passagierflugzeug.

Das unbekannte Flugobjekt war nach Angaben der Polizei am Dienstag, 4. August 2026, gegen 23.40 Uhr gemeldet worden. Wegen des zusätzlichen Fundes im Bereich der Südpiste wurden weitere Sicherheitsmaßnahmen eingeleitet.

Die Polizei teilte mit, dass keine akute Gefahr bestehe.

Nordbereich seit 1.55 Uhr wieder geöffnet

Der Flugbetrieb im Nordbereich des Flughafens wurde nach Polizeiangaben um 1.55 Uhr wieder aufgenommen. Die Südpiste blieb am Mittwochmorgen für die weiteren Ermittlungen gesperrt.

Welche Auswirkungen die Sperrung im weiteren Tagesverlauf auf Starts und Landungen hat, war zunächst nicht bekannt. Angaben zur Dauer der Ermittlungen oder zu einer vollständigen Freigabe des Flughafens lagen zunächst ebenfalls nicht vor.

Landes- und Bundespolizei ermitteln gemeinsam

Die Landespolizei hat die Ermittlungen übernommen und arbeitet dabei mit der Bundespolizei zusammen. Gegenstand der Untersuchungen sind unter anderem die Herkunft der Drohne, die Art des daran befestigten Gegenstands und die Frage, wer das Fluggerät gesteuert haben könnte.

Ob die ukrainische Transportmaschine gezielt gefährdet werden sollte, ist bislang nicht bestätigt. Auch zu einem möglichen Motiv oder zu verdächtigen Personen machten die Sicherheitsbehörden zunächst keine Angaben.

Die weiteren Untersuchungen sollen klären, was sich in der Nacht am Flughafen Leipzig/Halle genau ereignet hat.

Sprengstoff-Drohne löst Großalarm in Leipzig/Halle aus
Eine mit Sprengstoff ausgestattete Drohne auf dem Gelände des Flughafens Leipzig/Halle hat einen Großeinsatz der Sicherheitsbehörden ausgelöst. Bundesinnenminister Alexander Dobrindt spricht von einer „neuen Gefahrenqualität“ und einem mutmaßlich hybriden Anschlagsszenario. Wer hinter dem Vorfall steckt und welches Ziel die Täter verfolgten, ist jedoch weiterhin unklar. Die Drohne wurde in der Nacht zu Mittwoch im Sicherheitsbereich des Flughafens entdeckt. Sie befand sich in unmittelbarer Nähe einer geparkten ukrainischen Antonow-Frachtmaschine. Weitere ukrainische Transportflugzeuge standen ebenfalls in der Umgebung. Drohne am Flughafen Leipzig/Halle war mit Sprengstoff ausgestattet Bundesinnenminister Alexander Dobrindt bestätigte am Mittwochabend, dass die gefundene Drohne mit Sprengstoff ausgestattet war. „Diese Drohne war mit Sprengstoff ausgestattet. Das ist eine neue Gefahrenqualität“, sagte Dobrindt bei einer Pressekonferenz am Flughafen Leipzig/Halle. Nach der Entdeckung wurden die Bundespolizei, die sächsische Landespolizei und Spezialkräfte zur Entschärfung von Sprengsätzen alarmiert. Die Bundespolizei untersuchte die Vorrichtung und machte sie unschädlich. Anschließend wurde der Sprengsatz nach Angaben des Innenministers kontrolliert gesprengt. Bei dem Einsatz wurde niemand verletzt. Auch an Flugzeugen oder Gebäuden entstanden durch die Sprengvorrichtung nach bisherigen Erkenntnissen keine größeren Schäden. Fundort nahe ukrainischer Antonow-Frachtmaschine Besonders brisant ist der Fundort der Drohne. Sie lag im Bereich der Südbahn und damit in der Nähe einer ukrainischen Antonow-Frachtmaschine. Die ukrainischen Transportflugzeuge sind seit Beginn des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine teilweise dauerhaft in Leipzig/Halle stationiert. Von dort aus werden unter anderem Hilfs-, Industrie- und Schwerlasttransporte durchgeführt. Ob eines der ukrainischen Flugzeuge tatsächlich Ziel eines Anschlags werden sollte, ist bislang nicht geklärt. Auch ein möglicher Angriff auf den Flughafen selbst oder auf dessen Frachtinfrastruktur wird von den Ermittlern geprüft. Der Flughafen Leipzig/Halle gehört zu den wichtigsten Luftfracht-Drehkreuzen Europas. Auf dem Gelände befindet sich auch das europäische DHL-Drehkreuz. Flugverkehr zeitweise eingestellt Wegen des Polizeieinsatzes wurde der Flugbetrieb in der Nacht zeitweise vollständig eingestellt. Die Nordbahn konnte nach rund zwei Stunden wieder geöffnet werden. Die Südbahn blieb wegen der Ermittlungen länger gesperrt. Ein Passagierflug aus Palma de Mallorca wurde zunächst nach Nürnberg umgeleitet. Auch mehrere Frachtmaschinen konnten Leipzig/Halle nicht wie geplant anfliegen oder verlassen. Am DHL-Drehkreuz kam es bis in die Morgenstunden zu erheblichen Verzögerungen. Am Mittwoch lief der Flugverkehr wieder weitgehend regulär. Eine Gefahr für die Bevölkerung bestand nach Angaben der Sicherheitsbehörden nicht. Kollision mit unbekanntem Flugobjekt Kurz nach dem Fund der Sprengstoff-Drohne kam es zu einem zweiten Vorfall. Ein DHL-Frachtflugzeug, das wegen der Sperrung des Flughafens durchstarten musste, kollidierte in der Nähe von Leipzig/Halle mit einem unbekannten Flugobjekt. Die Frachtmaschine landete anschließend in Hannover. Dort wurden leichte Schäden im Frontbereich festgestellt. Ob das unbekannte Objekt ebenfalls eine Drohne war, ist nicht bestätigt. Sachsens Innenminister Armin Schuster erklärte jedoch, die Polizei suche nach Teilen einer möglicherweise zweiten Drohne. Auch ob die Kollision und der Fund des Sprengsatzes miteinander zusammenhängen, ist derzeit offen. Ermittler prüfen extremistisches und terroristisches Motiv Die Generalstaatsanwaltschaft Dresden und das Landeskriminalamt Sachsen haben die Ermittlungen übernommen. Zuständig ist unter anderem die Zentralstelle Extremismus Sachsen. Ermittelt wird insbesondere zur Identität möglicher Täter, zum genauen Tatablauf, zur Herkunft der Drohne und der Sprengvorrichtung sowie zu möglichen weiteren Beteiligten. Auch ein extremistisches oder terroristisches Motiv wird geprüft. Der Generalstaatsanwalt warnte jedoch vor voreiligen Schlussfolgerungen. Zum jetzigen Zeitpunkt sei es unseriös, sich auf eine bestimmte Motivation oder einen konkreten Urheber festzulegen. Als mögliche Straftatbestände kommen unter anderem Verstöße gegen das Sprengstoffgesetz und ein gefährlicher Eingriff in den Luftverkehr infrage. Dobrindt spricht von professionellem Vorgehen Nach Einschätzung von Bundesinnenminister Dobrindt deutet der Aufbau der Drohne auf ein professionelles Vorgehen hin. Für die Konstruktion seien technische Erfahrung und Kenntnisse im Umgang mit Sprengstoff erforderlich gewesen. „Das alles deutet nicht auf amateurhaftes Vorgehen hin“, sagte Dobrindt. Er sprach von einer professionellen hybriden Bedrohungslage. Die Drohne soll nach dem bisherigen Erkenntnisstand so konstruiert worden sein, dass sie vorhandene Systeme zur Drohnenerkennung umgehen konnte. Dennoch sei sie entdeckt und der Sprengsatz entschärft worden. „Wettlauf oder Wettrüsten“ bei der Drohnenabwehr Dobrindt warnte vor einem technologischen Wettlauf zwischen Sicherheitsbehörden und möglichen Angreifern. Professionelle Täter könnten bestehende Abwehrsysteme kennen und gezielt Drohnen entwickeln, die von diesen Systemen nur schwer erkannt werden. Der Innenminister sprach deshalb von einem „Wettlauf oder Wettrüsten“ im Bereich hybrider Bedrohungen. Die Bundesregierung will die Drohnenabwehr an Flughäfen und anderen kritischen Infrastrukturen weiter ausbauen. Dabei sollen auch Erfahrungen und Technologien aus Israel und der Ukraine einfließen. Wer hinter dem Vorfall steckt, bleibt offen Bislang wurde kein Tatverdächtiger festgenommen. Unklar ist auch, wie die Drohne auf das Flughafengelände gelangte und ob sie dort landen sollte, abstürzte oder gezielt abgelegt wurde. Ebenso offen ist, ob ein ukrainisches Flugzeug, das DHL-Drehkreuz oder der Flughafen Leipzig/Halle als kritische Infrastruktur das eigentliche Ziel war. Eine Beteiligung ausländischer Akteure wird untersucht, ist aber nicht belegt. Die Behörden ermitteln nach eigenen Angaben in alle Richtungen. Nach aktuellem Kenntnisstand steht damit fest: Auf dem Gelände des Flughafens Leipzig/Halle wurde eine mit Sprengstoff ausgestattete Drohne gefunden und entschärft. Wer sie eingesetzt hat, welchem Ziel der mögliche Anschlag galt und ob eine zweite Drohne beteiligt war, müssen die weiteren Ermittlungen zeigen.