So., 10.05.2026 , 10:35 Uhr

ME/CFS-Betroffene wollen sichtbar werden

Protest im Liegen

Mit ungewöhnlichen Protestaktionen im Liegen haben Betroffene und Angehörige in Leipzig und Dresden auf die schwere Erkrankung ME/CFS aufmerksam gemacht.

Proteste in Sachsen machen auf ME/CFS aufmerksam

Mit sogenannten „Liegend-Demos“ haben Betroffene und Unterstützer am Samstag in Sachsen auf die schwere Erkrankung ME/CFS sowie mögliche Langzeitfolgen von Corona-Infektionen aufmerksam gemacht. Sowohl auf dem Marktplatz in Leipzig als auch auf dem Neumarkt in Dresden versammelten sich zahlreiche Teilnehmer, wie Reporter der Deutschen Presse-Agentur berichteten.

Auf Schildern und Plakaten standen Botschaften wie „1% Energie, 100% Mensch“ oder „Ich will mein Leben zurück! Forschung für ME/CFS jetzt!“.

Teil einer bundesweiten Initiative

Die Aktionen waren Teil einer deutschlandweiten Kampagne rund um den internationalen ME/CFS-Aufklärungstag am 12. Mai. Insgesamt waren mehr als 40 Veranstaltungen in verschiedenen Städten geplant. Unterstützt wird die Initiative unter anderem vom ehemaligen Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach als Schirmherr.

Die Organisatoren fordern vor allem eine stärkere Förderung der Forschung sowie eine bessere medizinische Versorgung durch spezialisierte Kompetenzzentren für Betroffene.

Krankheit oft mit schweren Einschränkungen verbunden

ME/CFS steht für „Myalgische Enzephalomyelitis/Chronisches Fatigue-Syndrom“. Erkrankte leiden unter starker und anhaltender Erschöpfung, häufig begleitet von Schmerzen, Konzentrationsproblemen und weiteren schweren Symptomen.

Bekannt wurde die Krankheit zuletzt verstärkt als mögliche Folge einer Covid-19-Infektion. Sie kann jedoch auch nach anderen Infektionskrankheiten auftreten.

Zahl der Betroffenen deutlich gestiegen

Nach Angaben der Initiative hat die Corona-Pandemie die Zahl der Erkrankten stark anwachsen lassen. Inzwischen sollen bundesweit mehr als 600.000 Menschen von ME/CFS betroffen sein. Viele Patienten fühlen sich nach wie vor nicht ausreichend medizinisch versorgt oder gesellschaftlich wahrgenommen.