Mo., 19.10.2026 , 10:18 Uhr

Bundesweiter Aktionstag am 24. Oktober an sieben deutschen Flughäfen geplant

Proteste gegen Abschiebungen am Flughafen Leipzig

Am Samstag, 24. Oktober, sind am Flughafen Leipzig/Halle Proteste gegen Abschiebungen geplant. Im Mittelpunkt steht die Kritik an Abschiebeflügen nach Afghanistan.

Leipzig - Am Samstag, dem 24. Oktober, soll der Flughafen Leipzig/Halle zum Schauplatz eines bundesweiten Protesttags gegen Abschiebungen werden. Unter dem Motto „Bundesweit gegen Abschiebewahn“ planen verschiedene Initiativen Aktionen an insgesamt sieben deutschen Flughäfen. In Leipzig richtet sich der Protest insbesondere gegen die umstrittenen Charter-Abschiebungen nach Afghanistan.

Kritik an Abschiebungen nach Afghanistan

Die Organisatoren kritisieren insbesondere die Zusammenarbeit mit den Taliban bei der Durchführung von Abschiebungen nach Afghanistan. Nach Angaben des Bündnisses würden Fluggesellschaften wirtschaftlich von den Abschiebungen profitieren.

„Es ist und bleibt skandalös, dass diese Abschiebungen in Zusammenarbeit mit den Taliban durchgeführt werden und sich eine Airline an dieser furchtbaren Praxis bereichern kann. Sie verdienen Geld mit zerstörten Menschenleben“, erklärte Bündnissprecherin Luca Müller.

Die Aussagen spiegeln die Position der Protestorganisatoren wider. Im Mittelpunkt ihrer Kritik stehen sowohl die politischen Entscheidungen hinter den Abschiebungen als auch deren praktische Durchführung.

Proteste an sieben deutschen Flughäfen geplant

Neben dem Flughafen Leipzig/Halle sind für den 24. Oktober weitere Protestaktionen an den Flughäfen Frankfurt, Köln, München, Düsseldorf, Hannover und Berlin angekündigt.

Der bundesweite Aktionstag richtet sich nach Angaben der Organisatoren grundsätzlich gegen die Abschiebung abgelehnter Asylbewerber, die Abschiebehaft sowie den weiteren Ausbau der dafür vorgesehenen Infrastruktur.

Mit den Aktionen wollen die beteiligten Initiativen auf ihre Forderungen aufmerksam machen und eine öffentliche Debatte über die deutsche Abschiebepolitik anstoßen.

Organisatoren kritisieren politische Prioritäten

Ein weiterer Schwerpunkt des Aktionstags ist die Kritik an der Verteilung öffentlicher Gelder. Die Aktivisten werfen der Bundesregierung vor, bei ihren politischen Prioritäten falsche Schwerpunkte zu setzen.

Während insbesondere im Sozial- und Gesundheitsbereich über umfangreiche Einsparungen diskutiert werde, würden gleichzeitig erhebliche öffentliche Mittel für Abschiebungen und die dafür notwendige Infrastruktur eingesetzt, argumentieren die Organisatoren.

Mit den bundesweit angekündigten Protestaktionen wollen sie diese Entscheidungen öffentlich hinterfragen.

Flughafen Leipzig/Halle im Fokus der Proteste

Für den Standort Leipzig/Halle steht vor allem die Kritik an Charter-Abschiebungen nach Afghanistan im Vordergrund. Der Flughafen ist damit einer von sieben angekündigten Protestorten des bundesweiten Aktionstags.

Wie viele Menschen sich an der Leipziger Aktion beteiligen werden und wie der Protest vor Ort konkret ablaufen soll, geht aus den bislang vorliegenden Angaben der Organisatoren nicht hervor.