Dresden - Vor dem Landgericht Dresden hat der Prozess gegen drei Männer im Alter von 44, 56 und 58 Jahren begonnen, denen der Schmuggel von mehr als zwei Tonnen Heroin vorgeworfen wird. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft sollen sie zwischen 2020 und 2022 die Herstellung, Beschaffung, den Transport und den Vertrieb der Droge organisiert haben. Das Heroin soll dabei überwiegend aus dem Iran nach Europa gelangt sein.
Als mutmaßlichen Drahtzieher sieht die Anklage einen 58 Jahre alten Mann mit Wohnsitz in den Niederlanden. Er wurde im November 2024 in Albanien festgenommen und befindet sich in Untersuchungshaft. Laut Staatsanwaltschaft soll er eine zentrale Rolle bei der Organisation der Drogengeschäfte gespielt haben.
Nach den Ermittlungen gelangte das Heroin in drei Lieferungen in den Jahren 2021 und 2022 auf dem Seeweg nach Deutschland. Die Droge war demnach als Seife getarnt. Die letzte Lieferung mit rund 700 Kilogramm wurde Ende August 2022 im Hamburger Hafen von Polizei und Zoll sichergestellt. Nach damaligen Angaben des Bundeskriminalamtes handelte es sich um die größte jemals in Deutschland sichergestellte Menge Heroin.
Dem 58-Jährigen wirft die Staatsanwaltschaft darüber hinaus vor, mindestens 300 Kilogramm Rohopium zur Herstellung von Heroin sowie weitere 500 Kilogramm Heroin beschafft und im Iran aufbereitet zu haben. Ein Teil dieser Menge wurde laut Anklage im April 2021 an der iranisch-aserbaidschanischen Grenze von Zollbeamten entdeckt. Das Rauschgift habe per Kurier in die Niederlande gebracht werden sollen.
Die Verteidigung des 58-Jährigen wies die Vorwürfe zum Prozessauftakt vollständig zurück. Sein Mandant sitze seit mehr als zwei Jahren unschuldig in Haft, erklärte Rechtsanwalt Carsten Brunzel.
Die beiden weiteren Angeklagten waren bereits im Jahr 2024 wegen der drei Lieferungen aus den Jahren 2021 und 2022 zu Freiheitsstrafen von jeweils zwölf Jahren verurteilt worden. Im nun begonnenen Verfahren erhebt die Staatsanwaltschaft zusätzliche Vorwürfe gegen sie. Dabei geht es unter anderem um eine Lieferung per Lastwagen im April 2021.
Gegen den 44-jährigen Angeklagten stehen zudem weitere Vorwürfe im Raum. Ihm werden nach Angaben der Staatsanwaltschaft sieben weitere Geschäfte in Amsterdam aus dem Jahr 2020 zur Last gelegt. Dabei soll es um Heroinmengen zwischen einem und 21,5 Kilogramm gegangen sein. Beide Angeklagte äußerten sich zu Beginn des Prozesses zunächst nicht zu den neuen Vorwürfen.
Für das Verfahren vor dem Landgericht Dresden sind bis Ende Juli mehr als 20 Verhandlungstermine angesetzt. Ursprünglich hatte die Staatsanwaltschaft auch einen 38-Jährigen angeklagt. Dieser war im ersten Prozess jedoch freigesprochen worden. Das Verfahren gegen ihn wurde abgetrennt.