Do., 23.04.2026 , 13:37 Uhr

Landgericht Dresden verhandelt gegen zwei Männer nach Attacke auf US-Amerikaner

Prozessauftakt nach Messerangriff in Straßenbahn

Nach einem Messerangriff in einer Dresdner Straßenbahn hat der Prozess gegen zwei Angeklagte begonnen. Dem Opfer bleiben laut Anklage dauerhafte Narben im Gesicht.

Dresden - Am Landgericht Dresden hat der Prozess gegen zwei Männer begonnen, die für einen Messerangriff in einer Straßenbahn verantwortlich sein sollen. Die Staatsanwaltschaft wirft dem 21-Jährigen und dem 22-Jährigen gefährliche und schwere Körperverletzung vor. Die Verhandlung startet damit rund acht Monate nach der Tat.

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft soll sich der Vorfall in der Nacht zum 24. August 2025 am Neustädter Markt ereignet haben. Opfer ist ein damals 20 Jahre alter US-Amerikaner. Er soll eingeschritten sein, als die beiden Männer Frauen in der Straßenbahn belästigten.

Laut Anklage schlug der 22-Jährige zunächst auf den jungen Mann ein und verletzte ihn im Gesicht. Wenig später soll der zweite Angeklagte hinzugekommen sein und dem Opfer mit einem Messer tiefe Schnittverletzungen an Lippe, Nase und Mund zugefügt haben. Der 20-Jährige musste operiert werden. Nach bisherigen Angaben bleiben die Narben in seinem Gesicht dauerhaft sichtbar.

Neben dem Angriff in der Straßenbahn legt die Staatsanwaltschaft den beiden Angeklagten zehn weitere Straftaten zur Last. Dabei geht es unter anderem um mehrere weitere, zum Teil gefährliche Körperverletzungen. Gegen einen der Beschuldigten steht zudem der Vorwurf eines besonders schweren räuberischen Diebstahls im Raum.

Beide Angeklagten sind den Angaben zufolge geringfügig vorbestraft und befinden sich weiterhin in Untersuchungshaft. Der 22-Jährige hat die Tat nach Gerichtsangaben teilweise gestanden. Der 21-Jährige hat sich bislang nicht zu den Vorwürfen geäußert.

Da beide Angeklagte als Heranwachsende gelten, wird der Fall vor einer Jugendkammer verhandelt. Insgesamt sind noch drei weitere Verhandlungstermine angesetzt. Ein Urteil wird voraussichtlich am 7. Mai erwartet.

Der Fall hatte bereits kurz nach der Tat für Aufmerksamkeit gesorgt, weil das Opfer nach bisherigen Angaben eingegriffen hatte, um Frauen in der Bahn zu schützen. Nun muss das Gericht klären, wie sich der Ablauf der Tat im Einzelnen darstellte und in welchem Umfang die beiden Angeklagten dafür verantwortlich sind.

Hier geht´s zum Fall:

Dresden: Verdächtiger nach Messerangriff wieder in Haft

Messerangriff auf mutigen Helfer: Das vollständige Interview mit John Rudat

Update: Mutmaßlicher Messerangreifer stellt sich selbst!

Messer-Drama in Dresdner Straßenbahn: 21-Jähriger springt Frauen bei – und wird selbst zum Opfer