Leipzig- Im Rahmen zweier paralleler Ermittlungsverfahren haben Ermittlerinnen und Ermittler in mehreren Bundesländern umfangreiche Durchsuchungsmaßnahmen durchgeführt. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft Leipzig, der Staatsanwaltschaft Chemnitz sowie des Landeskriminalamt Sachsen wurden insgesamt 52 Objekte in acht Bundesländern durchsucht.
Die Maßnahmen richten sich gegen den Verdacht der Steuerhinterziehung im besonders schweren Fall sowie der gewerbsmäßigen Hehlerei im Palettenhandel. Nach Behördenangaben wurden Wohnungen, Firmenstandorte und Steuerbüros durchsucht. Diese sollen im Zusammenhang mit organisierten Strukturen zum An- und Verkauf von Paletten sowie Pfandgut stehen.
Im Ermittlungsverfahren der Staatsanwaltschaft Leipzig wird gegen fünf Beschuldigte aus Leipzig ermittelt. Den Männern im Alter von 31, 32, 32, 36 und 56 Jahren wird vorgeworfen, über verschiedene Firmen in Sachsen und weiteren Bundesländern unvollständige oder unrichtige Angaben gegenüber Finanzbehörden gemacht zu haben. Dadurch sollen Steuern verkürzt worden sein. Der bislang angenommene Steuerschaden liegt laut Behörden bei rund 1,7 Millionen Euro.
Parallel dazu führt die Staatsanwaltschaft Chemnitz ein Verfahren gegen einen 29-jährigen Beschuldigten aus Leipzig. Ihm wird gewerbsmäßige Hehlerei vorgeworfen. Nach bisherigen Erkenntnissen soll er auf vier Palettenhöfen in Sachsen, Brandenburg und Sachsen-Anhalt unterschiedliches Pfandgut angekauft und gewinnbringend weiterverkauft haben. Dabei soll es sich insbesondere um Mehrwegklappstiegen gehandelt haben, die aus vorangegangenen Straftaten stammen sollen. Der geschätzte Schaden liegt nach Angaben der Ermittler bei mehr als 500.000 Euro.
Im Zuge der Maßnahmen wurde ein Haftbefehl vollstreckt. Zudem setzten die Behörden einen Arrestbeschluss in Höhe von rund 500.000 Euro um.
Ein Schwerpunkt der Durchsuchungen lag in Sachsen. Nach Angaben der Ermittler wurden Objekte im Raum Dresden, Leipzig, Ostsachsen und im Erzgebirge durchsucht. Weitere Einsätze fanden in Sachsen-Anhalt, Thüringen, Brandenburg, Nordrhein-Westfalen, Bayern, Baden-Württemberg und Hessen statt.
Insgesamt waren mehr als 300 Beamtinnen und Beamte im Einsatz. Unterstützt wurden die Maßnahmen von Polizeikräften, Bereitschaftspolizei sowie Steuerfahndern der beteiligten Bundesländer.
Die Durchsuchungen dauerten nach Behördenangaben zunächst an. Die Auswertung der sichergestellten Beweismittel werde noch einige Zeit in Anspruch nehmen.