So., 19.01.2025 , 11:53 Uhr

Leipzig, Fußball

RB Leipzig in der Krise: Frust nach verschenktem Sieg in Bochum

Für neutrale Zuschauer war es ein Fußball-Spektakel, für RB Leipzig ein bitterer Rückschlag. Das 3:3 gegen den Tabellenletzten VfL Bochum fühlt sich für die Sachsen wie eine Niederlage an – und offenbart gravierende Schwächen.

"Ohne Worte" – Ein Desaster in drei Akten

Ein knapper Beitrag auf der Plattform X („Ohne Worte“) spiegelt die gedrückte Stimmung nach dem Spiel wider. Dabei sah alles so vielversprechend aus: Mit einer komfortablen 3:0-Führung gingen die Leipziger in die Halbzeitpause. Doch was folgte, lässt sich nur als Einbruch auf ganzer Linie beschreiben. Bereits kurz nach Wiederanpfiff kassierte RB das erste Gegentor. Das Bochumer Publikum erwachte, das Spiel kippte – und Leipzig verlor komplett den Faden. „Das war ein bisschen Kindergarten von uns“, ärgerte sich ein sichtlich angefressener Kevin Kampl nach der Partie.

Der Routinier ließ seinem Frust freien Lauf: „So etwas darf uns einfach nicht passieren. Wir sagen uns in der Kabine noch, dass wir wachsam bleiben müssen – und dann kassieren wir in der 47. Minute so ein dämliches Gegentor. Danach wird das Stadion laut, und wir fangen uns nach einem Einwurf gleich noch so einen billigen Treffer. Das ist lächerlich. Erste Halbzeit top, zweite Halbzeit katastrophal.“

Naivität und Leichtfertigkeit als Achillesferse

Trainer Marco Rose fand klare Worte für die Ursachen des erneuten Rückschlags: „Wir waren naiv und leichtfertig. Es geht um Professionalität und die richtige Einstellung – daran mangelt es gerade.“ Drei Tage vor dem eher unbedeutenden Champions-League-Duell gegen Sporting Lissabon und eine Woche vor dem Schlüsselspiel gegen Bayer Leverkusen könnte der Zeitpunkt für diese mentale Schwäche kaum ungünstiger sein. Der Absturz auf einen Nicht-Champions-League-Platz lässt die Alarmglocken in Leipzig schrillen.

Besonders bitter: Der Spielverlauf in Bochum ist kein Einzelfall. Immer wieder zeigt RB das gleiche Muster: eine souveräne Führung, ein Nachlassen im Einsatz, ein Gegentor – und plötzlich bricht das gesamte Gefüge auseinander. „Wir reden hier von RB Leipzig, einem Champions-League-Klub. Da erwarte ich mehr Haltung und Bereitschaft, sich den Aufgaben voll zu stellen“, kritisierte Rose.

Trainerteam nicht ohne Schuld

Auch Rose nimmt sich und sein Trainerteam nicht aus der Verantwortung. „Wir sind eine Einheit – Spieler und Trainer. Aber in solchen Situationen sitzt du als Trainer manchmal nur auf dem Beifahrersitz. Dennoch stecke ich mit den Jungs im selben Auto“, erklärte er. Worte allein reichen nicht, betonte der Coach: „Wir müssen uns gegenseitig in die Augen schauen und endlich handeln.“

Die Frage bleibt, ob Leipzig die Wende rechtzeitig schaffen kann – oder ob die Mannschaft weiter unter ihrer eigenen Naivität leidet. Eines ist klar: Ohne eine deutliche Steigerung droht die Saison, die so vielversprechend begann, in einer Enttäuschung zu enden.