Di., 27.10.2026 , 12:45 Uhr

Bundesgesellschaft für Endlagerung schließt bisherige Standorte in Sachsen aus

Sachsen bei Atommüll-Endlagersuche raus

Sachsen wird bei der Suche nach einem Atommüll-Endlager nicht weiter berücksichtigt. Auch vier bislang als geeignet geltende Gebiete fallen aus der Auswahl.

Peine/Dresden - Sachsen ist bei der bundesweiten Suche nach einem Endlager für hoch radioaktiven Atommüll nicht mehr im Rennen. Die bisher als möglicherweise geeignet eingestuften Gebiete im Freistaat werden nicht weiter untersucht. Das teilte die zuständige Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE) mit Sitz in Peine mit. Auch in Hessen, Rheinland-Pfalz, Berlin und dem Saarland werden keine möglichen Standorte mehr geprüft.

Damit konzentriert sich die weitere Suche auf andere Regionen Deutschlands. Allerdings ist die Entscheidung über den endgültigen Standort noch nicht gefallen. Diese muss zu einem späteren Zeitpunkt der Bundestag treffen.

Vier sächsische Landkreise waren bislang im Rennen

Bislang galten kleinere Gebiete in vier sächsischen Landkreisen als mögliche Standorte für ein Atommüll-Endlager. Betroffen waren Flächen in den Landkreisen Bautzen, Mittelsachsen, Sächsische Schweiz-Osterzgebirge sowie im Erzgebirgskreis.

Diese Gebiete waren zuvor als besonders geeignet eingestuft worden. Nach weiteren Untersuchungen hat die Bundesgesellschaft für Endlagerung ihre Bewertung jedoch angepasst.

Die betroffenen Flächen gelten nach der neuen Einstufung zwar weiterhin als gut geeignet, gehören aber nicht mehr zu den Gebieten mit der besten Eignung. Da sich die weitere Standortsuche ausschließlich auf die am besten geeigneten Regionen konzentriert, werden die sächsischen Flächen nicht weiter berücksichtigt.

Warum Sachsen als Endlagerstandort ausscheidet

Die Entscheidung bedeutet nicht, dass die zuletzt untersuchten Gebiete grundsätzlich ungeeignet für die Lagerung hoch radioaktiver Abfälle wären. Ausschlaggebend ist vielmehr die Bewertung im Vergleich mit anderen möglichen Standorten.

Die Bundesgesellschaft für Endlagerung unterscheidet zwischen Flächen mit unterschiedlicher Eignung. Für das weitere Auswahlverfahren kommen nur noch Gebiete infrage, die als bestens geeignet bewertet werden.

Nach Angaben der BGE erfüllen deutschlandweit weniger als fünf Prozent der Landesfläche diese höchste Eignungskategorie.

Erstmals hat die Bundesgesellschaft in diesem Jahr auch Flächen ausgewiesen, die zwar als gut geeignet gelten, aufgrund der strengeren Auswahl aber nicht mehr weiter untersucht werden.

Zu diesen Gebieten gehören nun auch die bislang verbliebenen möglichen Standorte in Sachsen.

Größter Teil Sachsens bereits zuvor ausgeschlossen

Für den überwiegenden Teil des Freistaates war bereits vor der aktuellen Neubewertung klar, dass die Flächen für ein Atommüll-Endlager nicht infrage kommen.

Diese Gebiete waren entweder als sehr gering geeignet oder als ungeeignet eingestuft worden.

Lediglich die kleineren Flächen in den vier genannten Landkreisen waren bislang als mögliche Standorte im Auswahlverfahren verblieben.

Mit ihrer neuen Einstufung als gut, aber nicht bestens geeignet, scheiden nun auch diese Gebiete aus der weiteren Suche aus.

Auch vier weitere Bundesländer nicht mehr berücksichtigt

Neben Sachsen werden auch Hessen, Rheinland-Pfalz, Berlin und das Saarland bei der weiteren Suche nicht mehr berücksichtigt.

Die Bundesgesellschaft für Endlagerung konzentriert ihre Untersuchungen künftig auf die verbleibenden Gebiete mit der höchsten Eignung.

Welche Regionen letztlich für eine genauere Untersuchung ausgewählt werden, steht noch nicht fest.

Wie geht die Suche nach einem Atommüll-Endlager weiter?

Die Suche nach einem Endlager für hoch radioaktiven Atommüll läuft bundesweit weiter. Ein wichtiger nächster Schritt ist für Ende 2027 vorgesehen.

Bis dahin will die Bundesgesellschaft für Endlagerung Standortregionen vorschlagen, die anschließend oberirdisch erkundet werden sollen.

Welche dieser Regionen tatsächlich für die weitere Untersuchung ausgewählt werden, entscheidet der Deutsche Bundestag.

Die jetzt veröffentlichte Bewertung der BGE stellt damit einen weiteren Schritt im Auswahlverfahren dar, ist aber noch keine endgültige gesetzliche Standortentscheidung.

Endlagerentscheidung für 2050 angepeilt

Die Suche nach einem dauerhaften Endlager für hoch radioaktive Abfälle wird Deutschland noch über viele Jahre beschäftigen.

Als Zieldatum für die Entscheidung über einen endgültigen Standort ist derzeit das Jahr 2050 vorgesehen.

Bis dahin müssen die verbliebenen möglichen Standorte weiter untersucht und bewertet werden.

Für Sachsen bedeutet die aktuelle Entscheidung zunächst, dass keine Flächen im Freistaat mehr Teil der laufenden engeren Standortsuche sind. Die weiteren Untersuchungen konzentrieren sich auf Regionen außerhalb Sachsens.

Die endgültige Entscheidung über den Standort eines deutschen Atommüll-Endlagers steht jedoch weiterhin aus.