Dresden/Chemnitz/Leipzig - Sachsen bereitet sich auf den Höhepunkt der aktuellen Hitzewelle vor. Der Deutsche Wetterdienst warnt vor extremer Hitze, während die Krankenhäuser im Freistaat nach eigenen Angaben gut auf mögliche Hitze-Notfälle eingestellt sind. Am Wochenende werden Temperaturen von bis zu 41 Grad erwartet.
Nach einer dpa-Umfrage bei größeren Kliniken in Leipzig, Dresden und Chemnitz sind die Notaufnahmen auf die Belastungen durch hohe Temperaturen vorbereitet. Die Krankenhäuser verweisen dabei auf Erfahrungen aus den vergangenen Jahren. Gerade bei extremer Hitze können Kreislaufprobleme, Schwindel, Kopfschmerzen oder Übelkeit auftreten. Mediziner raten, solche Warnzeichen ernst zu nehmen und bei schweren Beschwerden ärztliche Hilfe aufzusuchen.
Der Deutsche Wetterdienst warnt auch in Sachsen vor extremer Wärmebelastung. Für Leipzig und den Westen des Freistaats gilt die Warnung bereits am 26. Juni. Am Samstag soll ganz Sachsen betroffen sein. Teilweise wurde die Warnung direkt an mobile Geräte versendet.
Laut DWD wird bis zu einer Höhe von 800 Metern eine extreme Wärmebelastung erwartet. Besonders in dicht bebauten Stadtgebieten kann die Situation zusätzlich belastend werden, weil es dort in der Nacht voraussichtlich kaum abkühlt. Empfohlen wird, Hitze möglichst zu vermeiden und ausreichend Wasser zu trinken.
Auch die Trockenheit wirkt sich auf das öffentliche Leben aus. In Leipzig dürfen öffentliche Feuerstellen wegen der aktuell mittleren bis hohen Waldbrandgefahr nicht genutzt werden. Die Stadt teilte mit, dass die Feuerstellen wieder freigegeben werden, sobald sich die Wetterlage entspannt. Zuvor hatte bereits Chemnitz ein solches Verbot verhängt.
Die zunehmende Hitze wird auch mit Blick auf mögliche wirtschaftliche Folgen diskutiert. Der Dresdner Wirtschaftsexperte Joachim Ragnitz vom Ifo-Institut sieht darin kurzfristig jedoch keine Gefahr für die Wirtschaft. Aus seiner Sicht seien die Effekte auf die Produktivität vernachlässigbar und könnten ausgeglichen werden.
Hintergrund der Debatte ist eine Studie des Beratungsinstituts Prognos im Auftrag des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales. Demnach kostet ein Hitzetag mit mindestens 30 Grad die deutsche Wirtschaft rund 431 Millionen Euro. Ragnitz ordnet diese Zahl jedoch im Verhältnis zum jährlichen Bruttoinlandsprodukt ein und hält sie quantitativ für nicht erschreckend.
Langfristig hält der Wirtschaftsexperte Anpassungen beim Arbeitsschutz dennoch für sinnvoll. In Büros könnten Klimaanlagen helfen. In Branchen wie dem Straßenbau seien veränderte Arbeitszeiten denkbar, etwa mit früherem Arbeitsbeginn, späterem Arbeitsende oder längeren Pausen während der größten Hitze.
Für die Bevölkerung bleiben die zentralen Empfehlungen der Mediziner einfach: viel trinken, direkte Sonne meiden und körperliche Belastung möglichst reduzieren. Besonders aufmerksam sollten Menschen auf Anzeichen wie Schwindel, Kopfschmerzen oder Übelkeit achten.