Dresden - Die sächsische Staatsregierung will die Anerkennung ausländischer Berufsabschlüsse deutlich vereinfachen und beschleunigen. Das Kultusministerium hat dazu am 21. April 2026 einen Maßnahmenplan vorgestellt.
Ziel ist es, bürokratische Hürden abzubauen und Verfahren effizienter zu gestalten. Kultusminister Conrad Clemens betonte, dass Sachsen auf internationale Fachkräfte angewiesen sei – sowohl in der Industrie als auch in Bereichen wie Bildung, Medizin und Handwerk.
Kern des Maßnahmenpakets ist die vollständige Digitalisierung der Antragsstellung. Bis zum 30. Juni 2026 sollen alle zuständigen Stellen in Sachsen entsprechende Verfahren anbieten. Zudem ist vorgesehen, Zuständigkeiten stärker bundesweit zu bündeln und rechtliche Vorgaben zu harmonisieren.
Weitere Maßnahmen betreffen die Vereinheitlichung der Berufsfachgesetze sowie den Ausbau berufsbegleitender Qualifizierungsangebote. Außerdem soll künftig jährlich über den Stand der Umsetzung berichtet werden.
Hintergrund des Vorhabens ist die steigende Zahl von Anträgen auf Anerkennung ausländischer Berufsabschlüsse. Nach Angaben des Statistischen Landesamtes wurden im Jahr 2024 insgesamt 2.707 Anträge gestellt – ein Anstieg von 7,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.
Davon wurden 1.061 Abschlüsse als vollständig gleichwertig anerkannt. In 1.254 Fällen wurde eine Anerkennung mit Auflagen erteilt, etwa durch zusätzliche Qualifizierungsmaßnahmen. 144 Anträge wurden abgelehnt.
Besonders häufig betrafen die Anträge die Berufe Pflegefachkraft, Arzt und Lehrer. Viele Antragsteller hatten ihre Ausbildung in der Ukraine, in Syrien oder in Brasilien abgeschlossen.
Mit dem Maßnahmenpaket setzt Sachsen auch einen Beschluss der Ministerpräsidentenkonferenz vom 4. Dezember 2025 um.