So., 13.07.2025 , 09:35 Uhr

Ost-West-Gefälle bei Renten

Sachsen Rentner bekommen weniger Geld als der Rest Deutschlands

Trotz jahrzehntelanger Arbeit erhalten viele Rentnerinnen und Rentner in Sachsen deutlich weniger Rente als der Bundesdurchschnitt – oft unter 1.300 Euro im Monat. Neue Zahlen des Bundesarbeitsministeriums zeigen ein klares Ost-West-Gefälle.

Renten in Sachsen und Thüringen am niedrigsten

Männer und Frauen in Sachsen erhalten trotz mindestens 45 Beitragsjahren deutlich weniger Rente als der bundesweite Durchschnitt. Das geht aus einer Antwort des Bundesarbeitsministeriums auf eine Anfrage des Linken-Bundestagsabgeordneten Dietmar Bartsch hervor.

Demnach bekamen Frauen im Freistaat im vergangenen Jahr im Schnitt 1.416 Euro Rente pro Monat – nur in Thüringen war dieser Wert mit 1.401 Euro noch geringer. Am meisten erhielten Frauen in Berlin mit durchschnittlich 1.576 Euro. Auch bei den Männern zeigt sich ein klares Gefälle: Während sächsische Rentner im Schnitt 1.590 Euro monatlich bekamen, lag der Wert in Baden-Württemberg bei 1.907 Euro.

 

Jeder Vierte bekommt weniger als 1.300 Euro

Insgesamt erhält laut Ministerium bundesweit etwa jeder vierte Rentner nach 45 Versicherungsjahren weniger als 1.300 Euro monatlich. Der bundesweite Durchschnitt lag bei 1.668 Euro, in Ostdeutschland lediglich bei 1.527 Euro.

 

Kritik an der Rentenpolitik

Für Bartsch ist das ein deutliches Versagen der Politik. Es sei „ein Armutszeugnis“, dass Millionen Rentnerinnen und Rentner mit sehr niedrigen Renten auskommen müssten, obwohl sie jahrzehntelang zum wirtschaftlichen Erfolg Deutschlands beigetragen hätten.