Sa., 09.05.2026 , 15:04 Uhr

Sachsen drohen weniger Arzttermine

In Sachsen könnten im kommenden Jahr deutlich weniger Arzttermine stattfinden. Grund sind geplante Einsparungen im Gesundheitswesen, mit denen die Bundesregierung den Anstieg der Krankenkassenbeiträge bremsen will. Nach Berechnungen der Kassenärztlichen Vereinigungen wären im Freistaat vor allem Patienten in der Hämatologie und Onkologie betroffen. Dort wären demnach nur noch 77 Prozent der bisherigen Behandlungen finanziert.

Weniger Termine bei Fachärzten

Bei Hämatologen und Onkologen würde die Zahl der finanzierten Behandlungen laut den Berechnungen von bisher 885 auf 680 pro Quartal sinken. Auch Hausärzte und Allgemeinmediziner wären betroffen. Sie könnten statt aktuell durchschnittlich 1.021 Patienten pro Quartal künftig nur noch 892 versorgen. Der Rückgang würde damit auch die hausärztliche Versorgung in Sachsen spürbar treffen.

Kinderärzte mit geringstem Rückgang

Am geringsten fällt der Rückgang den Angaben zufolge in der Kinder- und Jugendmedizin aus. Hier wären pro Arzt künftig 1.129 Behandlungen pro Quartal finanziert. Bisher sind es 1.193. Bundesweit könnten durch die geplanten Sparmaßnahmen im Jahr 2027 rund 46 Millionen Behandlungsfälle nicht finanziert sein. Grundlage sind Berechnungen der Kassenärztlichen Bundesvereinigung.

Sparpaket soll Kassen entlasten

Das Bundeskabinett hatte Ende April ein Sparpaket für das Gesundheitswesen auf den Weg gebracht. Es muss noch Bundestag und Bundesrat passieren. Ziel ist es, die gesetzlichen Krankenkassen 2027 um 16,3 Milliarden Euro zu entlasten. Geplant sind unter anderem Ausgabenbremsen bei Praxen, Kliniken und der Pharmabranche. Zudem sollen höhere Zuzahlungen für Medikamente, höhere Beiträge für Gutverdiener und Einschränkungen bei der kostenlosen Mitversicherung von Ehepartnern kommen. Bei Ärzten und Kliniken sollen Vergütungsanstiege begrenzt werden. In den Praxen sollen außerdem mehrere Extra-Zahlungen wegfallen.