Sachsen rüstet sich für die Waldbrandsaison: Neue Technik, neue Ausbildung
Dresden – Nach den verheerenden Waldbränden im Sommer 2022, insbesondere im Elbsandsteingebirge, hat der Freistaat Sachsen umfassend in den Waldbrandschutz investiert. Das Innenministerium teilte mit, dass mittlerweile drei neue Hubschrauber im Gesamtwert von 60 Millionen Euro beschafft wurden. Einer dieser modernen Helikopter ist bereits im Dienst, die beiden weiteren werden im Laufe des vierten Quartals 2025 erwartet.
Die neuen Maschinen sollen sowohl bei der polizeilichen Gefahrenabwehr als auch beim Brand- und Katastrophenschutz zum Einsatz kommen. Sie können bis zu 800 Liter Löschwasser transportieren und ermöglichen durch Rettungswinden auch Einsätze in schwer zugänglichem Gelände. Innenminister Armin Schuster (CDU) betont: „Mit der neuen Hubschrauberflotte stärken wir die Sicherheit und Einsatzbereitschaft in Sachsen erheblich.“
Beim Großbrand 2022 in der Sächsischen Schweiz war Sachsen noch auf Hilfe der Bundeswehr angewiesen, deren Hubschrauber Löschwasser aus der Elbe in das schwer zugängliche Brandgebiet flogen. Diese Abhängigkeit soll künftig vermieden werden.
Zusätzlich zu den Luftfahrzeugen wurden mehr als 10 Millionen Euro in Spezialtechnik und Fahrzeuge investiert. Dazu gehören unter anderem 15 speziell für Waldbrände entwickelte Tanklöschfahrzeuge vom Typ TLF 3000, sechs Großtanklöschfahrzeuge, fünf Kommandowagen sowie ein Einsatzleitwagen. Viele dieser Fahrzeuge sind bereits in Betrieb.
Auch auf kommunaler Ebene unterstützt der Freistaat die Anschaffung von Technik mit Fördermitteln. Darüber hinaus beteiligt sich Sachsen an einem EU-Projekt zur Risikobewertung und Prävention von Waldbränden im Zuge des Klimawandels.
Ein weiterer Fokus liegt auf der Ausbildung: An der Landesfeuerwehr- und Katastrophenschutzschule wurden gezielte Lehrgänge für Einsatzkräfte und Führungspersonal eingeführt. So sollen Multiplikatoren in den Landkreisen und kreisfreien Städten das Wissen weitergeben und für den Ernstfall gut vorbereitet sein.
Aktueller Einsatz in der Gohrischheide
Die Gefahr ist keine abstrakte: Aktuell kämpfen Feuerwehrleute an der Grenze zu Brandenburg gegen einen Waldbrand in der Gohrischheide – einem Gebiet, das bereits 2022 betroffen war. Die Besonderheit: Das Gelände war früher ein Truppenübungsplatz. Die dort eventuell verbliebene Munition erschwert die Löscharbeiten erheblich, da Einsatzkräfte sich dem Brandherd nur eingeschränkt nähern können.
Sachsen will mit moderner Technik, strategischer Ausbildung und EU-weiter Zusammenarbeit die verheerenden Szenarien vergangener Jahre vermeiden – ein umfassender Schritt zur Stärkung des Zivil- und Katastrophenschutzes im Zeichen des Klimawandels.