Di., 14.04.2026 , 10:44 Uhr

Opposition warnt vor Folgen geplanter Kürzungen bis zum Jahr 2040

Sachsen: Kritik an Lehrerstellen-Plänen

In Sachsen könnten bis 2040 mehr als 4.800 Lehrerstellen wegfallen. Grünen- und BSW-Fraktion kritisieren die Überlegungen des Kultusministeriums.

Dresden - Die Pläne des sächsischen Kultusministeriums zur möglichen Reduzierung von Lehrerstellen stoßen auf Kritik aus der Opposition. Hintergrund ist ein Bericht der „Freien Presse“, wonach die Zahl der Lehrkräfte im Freistaat bis zum Jahr 2040 um mehr als 4.800 Stellen sinken könnte. Anlass für diese Überlegungen sind Prognosen, nach denen die Schülerzahlen in Sachsen zurückgehen sollen.

Dem Bericht zufolge stammt der Vorschlag von Kultusminister Conrad Clemens und Finanzminister Christian Piwarz, beide CDU. Der Stellenabbau soll demnach nicht über Entlassungen erfolgen, sondern über weniger Neueinstellungen. Möglich werden soll das durch die zahlreichen Altersabgänge in den kommenden Jahren.

Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur soll das Thema Ende April bei der Kabinettsklausur zum künftigen sächsischen Doppelhaushalt beraten werden. Damit könnten die Überlegungen in die weiteren finanzpolitischen Planungen der Staatsregierung einfließen.

Scharfe Kritik kommt von den Oppositionsfraktionen von Grünen und BSW im Landtag. Grünen-Landesvorsitzender Martin Helbig bezeichnete den Plan als „Zahlenakrobatik“. Aus seiner Sicht brauche Sachsen keine Verunsicherung bei Lehrkräften und potenziellen Nachwuchskräften, sondern Lösungen für den bereits bestehenden Lehrkräftemangel.

Auch die BSW-Fraktion fordert mehr Transparenz. Der bildungspolitische Sprecher Lars Wurzler verlangte, die Staatsregierung solle ihre Planungen umgehend offenlegen. Er warnte davor, dass Personalabbau zu Lehrermangel, Unterrichtsausfall und einer zusätzlichen Belastung der Schulen führen könne.

Die Diskussion fällt in eine Phase, in der das Kultusministerium zuletzt auf Verbesserungen bei den Ausfallzahlen verwiesen hatte. Anfang März hatte Kultusminister Clemens einen Rückgang des durch Lehrermangel verursachten planmäßigen Unterrichtsausfalls im ersten Schulhalbjahr um 10,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum vorgestellt. Insgesamt fielen im ersten Schulhalbjahr 9,1 Prozent der eigentlich vorgesehenen Unterrichtsstunden aus. In dieser Zahl enthalten sind auch Ausfälle durch Krankheit, Fortbildungen, Streik und andere unvorhersehbare Ereignisse.

Bereits im Frühjahr 2025 hatte das Ministerium ein Maßnahmenpaket vorgestellt, um die Lage an den Schulen zu verbessern. Dazu gehört unter anderem, dass ältere Lehrkräfte mehr Stunden arbeiten sollen als bisher. Zudem wurden Lehrkräfte an Schulen mit besonderem Mangel abgeordnet.

Ob und in welcher Form die nun bekannt gewordenen Überlegungen tatsächlich umgesetzt werden, ist noch offen. Klar ist jedoch schon jetzt, dass die Debatte um den künftigen Personalbedarf an Sachsens Schulen angesichts sinkender Schülerzahlen und zugleich anhaltender Engpässe bei Lehrkräften politisch umstritten bleibt.