Dresden. Trockenrisse im Boden, versiegende Bachläufe, sinkende Wasserstände: Die Dürre hat Sachsen fest im Griff. Was früher als Problem ferner Regionen galt, zeigt sich nun direkt vor unserer Haustür – mit alarmierenden Folgen für Natur und Mensch.
Der BUND Sachsen schlägt deshalb Alarm. Wie der Deutsche Wetterdienst (DWD) mitteilt, war das Frühjahr 2025 mit nur 110 l/m² eines der trockensten seit Messbeginn. Im Vergleich zur Referenzperiode fehlen in Sachsen 61 Liter Niederschlag pro Quadratmeter. Gleichzeitig lagen die Temperaturen im Mittel bei 9 °C – deutlich über dem klimatologischen Wert von 7,6 °C.
Diese Entwicklung zeigt Wirkung: Von 148 Pegeln in Sachsen melden derzeit 25 Pegel Niedrigwasser, 36 weitere stehen kurz davor (Stand: 17.06.2025). Obwohl punktuelle Regenfälle Erleichterung suggerieren, war auch der Mai deutschlandweit weiter zu trocken.
Der Vorsitzende des BUND Sachsen, Prof. Dr. Dr. Felix Ekardt, warnt: „Trockenperioden nehmen zu. Immer häufiger fallen Gewässer trocken – mit fatalen Folgen für Amphibien, Fische und Insekten.“ Denn viele Arten sind auf ganzjährige Wasserverfügbarkeit angewiesen. Die ökologische Vielfalt ist gefährdet.
Dagegen helfen gezielte Renaturierungsmaßnahmen. Der BUND fordert schnelle Umsetzungen mit ausreichender Finanzierung – etwa das Anbinden von Altarmen, die Wiederherstellung von Strukturelementen oder Beschattung durch Uferbepflanzung. Diese Maßnahmen erhöhen den Wasserrückhalt und schaffen Rückzugsräume in Dürrezeiten. Die EU-Wasserrahmenrichtlinie verpflichtet Sachsen zur ökologischen Aufwertung seiner Gewässer.
Ein Beispiel ist das Projekt Lebendige Ufer, das Kommunen in Strukturwandelregionen bei der Umsetzung solcher Maßnahmen unterstützt. Ziel: Gewässer widerstandsfähiger machen – gegen Trockenheit, Artenverlust und die Folgen der Klimakrise.
Nur durch konsequenten Gewässerschutz kann Sachsen seine natürlichen Lebensgrundlagen sichern – heute und in Zukunft.