Dresden/Sachsen - Der Freistaat will Flüchtlinge rascher in den Arbeitsmarkt vermitteln. Das müsse gelingen, auch wenn die Deutschkenntnisse Betroffener vielleicht noch nicht perfekt seien, sagte Sozialministerin Petra Köpping (SPD) am Mittwoch in Dresden. Dies trage entscheidend zu einer schnelleren Integration bei, so Köpping weiter.
Hoffnung setzt die Ministerin dabei in neue Angebote der Bundesregierung wie zum Beispiel berufsbegleitende Sprachkurse.
«Sprache erlernen, die im Berufsalltag gebraucht wird - idealerweise direkt im Berufsalltag in den Betrieben: Das ist für mich genau der richtige Ansatz.»
Nach Angaben der Arbeitsagentur waren im Januar in Sachsen knapp 10.400 Menschen aus acht Hauptherkunftsländern von Flüchtlingen sowie weitere rund 12.300 Ukrainerinnen und Ukrainer arbeitslos gemeldet. Gut 9800 Betroffene nahmen an Integrationskursen teil - sie gelten in dieser Zeit nicht als arbeitslos. Man wolle helfen, dass Absolventen dieser Kurse so schnell wie möglich Arbeitserfahrungen erhielten und auch einen schnelleren Einstieg in Qualifizierungen ermöglichen, hieß es. Aktuell seien fast 28.000 Flüchtlinge beschäftigt, die meisten sozialversicherungspflichtig.
Die Ministerin berichtete von einer kürzlichen Reise nach Brasilien, die einen praktischen Erfolg gezeigt habe. 60 Frauen und Männer aus diesem Land kämen nun als Pflegefachkräfte nach Sachsen. In Brasilien habe man auch nach dem gesellschaftlichen Klima in Sachsen gefragt. Deshalb sei eine Willkommenskultur für die dringend benötigten Fach- und Arbeitskräfte wichtig. Zugleich forderte Köpping eine schnelle Anerkennung ausländischer Berufsabschlüsse. Hier sei mehr Pragmatik erforderlich. (mit dpa)