Leipzig - Sachsen plant ein Pilotprojekt zur Arbeitszeiterfassung für Lehrkräfte. Nach Angaben des Kultusministeriums werden derzeit Empfehlungen eines Expertengremiums geprüft. Wann das Projekt starten könnte, ist noch offen. Zudem wartet das Land auf Vorgaben des Bundes zum Arbeitszeitgesetz.
Eine sächsische Studie zeigt, wie unterschiedlich die Belastung ist: In Schulwochen arbeiteten Vollzeitlehrkräfte durchschnittlich 2,4 Stunden mehr als vorgesehen, Teilzeitkräfte 3,8 Stunden. An Gymnasien wurde das Arbeitspensum häufiger überschritten als an berufsbildenden Schulen und Förderschulen. Von den Schulleitungen arbeiteten 17 Prozent in Schulwochen durchschnittlich mehr als 48 Stunden.
Zusätzliche Aufmerksamkeit bekommt das Thema durch ein Urteil des Bundesverwaltungsgerichts. Ein ehemaliger Grundschulrektor erhält für selbstständig geleistete Mehrarbeit keinen finanziellen Ausgleich. Lehrkräfte müssten eine Überlastung anzeigen, so das Gericht. Der sächsische GEW-Landesvorsitzende Burkhard Naumann hält es im Schulalltag allerdings für unrealistisch, Aufgaben einfach liegenzulassen. Er fordert klare Regeln zur Entlastung und eine einfache Arbeitszeiterfassung.