Die Sorgentelefone in Sachsen werden weiterhin intensiv genutzt. Im vergangenen Jahr gingen bei den verschiedenen Anlaufstellen mehr als 44.000 Anrufe ein, zusätzlich wurden knapp 2.000 Gespräche über Chatangebote geführt. Damit bleibt die telefonische Seelsorge ein zentraler Ansprechpartner für Menschen, die Unterstützung benötigen.
Den stärksten Zulauf verzeichnete die Ökumenische Telefonseelsorge Dresden, gefolgt von den Stellen in der Oberlausitz und im Vogtland. Die Zahlen stammen aus einer Antwort des sächsischen Sozialministeriums auf eine Kleine Anfrage im Landtag. Die hohe Nutzung zeigt, dass der Bedarf an niedrigschwelliger Hilfe im Freistaat groß ist.
Aus den Berichten der Träger geht hervor, dass die Gründe für Kontaktaufnahmen vielfältig sind. Häufig genannt werden Einsamkeit, Isolation und seelische Belastungen wie depressive Stimmungen oder psychische Erkrankungen. Hinzu kommen Probleme im familiären Umfeld, Konflikte mit Nachbarn, körperliches Unwohlsein und auch gedankliche Belastungen, die Betroffene alleine kaum bewältigen können.
Nach Einschätzung der Linken im Landtag sollte das Thema Einsamkeit stärker in den Fokus rücken. Betroffen seien nicht nur ältere Menschen, sondern in wachsendem Maße auch Jüngere. Zudem werde betont, dass im Freistaat bislang eine umfassende Strategie fehle, um das Problem systematisch anzugehen. Neben einer Stärkung präventiver Angebote im Gesundheitsdienst werden auch Begegnungsmöglichkeiten als hilfreiche Maßnahmen gesehen.
Als eine mögliche Idee gelten sogenannte „Plauderbänke“. Diese sollen Menschen einen niedrigschwelligen Anlass geben, miteinander ins Gespräch zu kommen und soziale Kontakte zu knüpfen. Zudem könne die Förderung des Ehrenamts dazu beitragen, Betroffene besser zu unterstützen und den gesellschaftlichen Zusammenhalt zu stärken.