Fr., 11.09.2026 , 13:56 Uhr

Neues Leitbild setzt auf Wachstum, Forschung und industrielle Stärke bis 2040

Sachsen will Industrie aus der Krise führen

Sachsens Industrie hat binnen drei Jahren 19.000 Arbeitsplätze verloren. Ein neues Leitbild soll zeigen, wie der Freistaat wirtschaftlich wieder wachsen kann.

Dresden - Sachsens Wirtschaft steht unter erheblichem Druck. Innerhalb der vergangenen drei Jahre sind nach Angaben von Arbeitgeberpräsident Jörg Brückner im Freistaat 19.000 Industriearbeitsplätze verloren gegangen. Wirtschaft und Politik wollen deshalb die langfristige Entwicklung des Standorts neu ausrichten.

Nach einem Spitzengespräch in Dresden wurde dafür ein neues Leitbild für die sächsische Wirtschaft vorgestellt. Es soll beschreiben, wo der Freistaat im Jahr 2040 wirtschaftlich stehen will und als langfristiger Kompass für die weitere Entwicklung dienen.

Sachsen will beim Wachstum unter die Top 3

Ein zentrales Ziel formulierte Wirtschaftsminister Dirk Panter (SPD): Sachsen soll bis 2040 beim Wachstum des Bruttoinlandsproduktes bundesweit zu den drei stärksten Ländern gehören.

Dabei soll sich der Freistaat stärker auf seine bestehenden wirtschaftlichen und technologischen Stärken konzentrieren. Sachsen wolle keine „verlängerte Werkbank“ sein, sondern eigene Kompetenzen ausbauen und besser nutzen.

Als wichtige Grundlagen gelten unter anderem der starke Mittelstand und das Handwerk sowie die industrielle Kompetenz im Freistaat. Hinzu kommen Forschung und Entwicklung sowie Zukunftsbereiche wie Mikroelektronik, Life Science, Künstliche Intelligenz und Robotik.

19.000 Industriearbeitsplätze verloren

Wie angespannt die Lage ist, verdeutlichte Arbeitgeberpräsident Jörg Brückner. Die sächsische Wirtschaft stehe unter erheblichem Druck. In den vergangenen drei Jahren seien in der Industrie 19.000 Arbeitsplätze weggefallen.

Aus Sicht der Wirtschaft reicht deshalb ein langfristiges Leitbild allein nicht aus. Brückner fordert konkrete Reformen und klare politische Signale, um verloren gegangenes Vertrauen wiederherzustellen.

Beschäftigte müssten nach seiner Forderung „mehr netto vom brutto“ erhalten. Gleichzeitig müsse sich der Staat stärker auf seine Kernaufgaben konzentrieren.

Wirtschaft fordert politische Reformen

Das Leitbild verbindet damit langfristige Wachstumsziele mit der Forderung nach kurzfristigen politischen Veränderungen. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie Sachsen seine vorhandenen wirtschaftlichen Stärken künftig besser nutzen und gleichzeitig auf den Arbeitsplatzverlust in der Industrie reagieren kann.

Mit Mittelstand, Handwerk, Industrie und Forschung sollen etablierte Strukturen eine wichtige Rolle spielen. Gleichzeitig setzt der Freistaat auf Technologien und Branchen, denen für die kommenden Jahre besonderes Entwicklungspotenzial zugeschrieben wird.

Bis 2040 soll Sachsen damit nicht nur seine industrielle Basis stärken, sondern auch beim Wirtschaftswachstum im bundesweiten Vergleich deutlich aufholen. Das vorgestellte Leitbild soll für diesen Weg die grundsätzliche Richtung vorgeben.