Sa., 13.06.2026 , 14:36 Uhr

Landesärztekammer kritisiert Sparpläne und warnt vor Folgen für Patienten

Sachsens Ärzte fordern Neustart der Reform

Sachsens Ärzte lehnen die bisherigen Reformpläne ab und fordern weniger Bürokratie sowie klare Regeln für KI.

Die Sächsische Landesärztekammer fordert einen grundlegenden Neustart der Gesundheitsreform. Die bisherigen Konzepte würden einseitig zulasten der medizinischen Versorgung sparen. Veränderungen im stationären Bereich dürften nach Auffassung der Ärzteschaft erst erfolgen, wenn die ambulante Versorgung entsprechend gestärkt wurde. Zudem verlangt die Kammer einen spürbaren Bürokratieabbau und klare rechtliche Vorgaben für den Einsatz Künstlicher Intelligenz in der Medizin. Ärztepräsident Erik Bodendieck kritisierte außerdem die unzureichende Finanzierung versicherungsfremder Leistungen durch den Bund und warnte vor weniger Terminen und Leistungen für Patienten.

Die Kammerversammlung sprach sich darüber hinaus gegen Abschiebungen aus medizinischen Einrichtungen aus. Eine Abschiebung während einer stationären Behandlung sei ein schwerer Eingriff in die medizinische Versorgung und könne langfristige gesundheitliche Folgen für die Betroffenen haben. Zudem werde dadurch das Vertrauensverhältnis zwischen medizinischem Personal und Hilfesuchenden beeinträchtigt. Nach Angaben der Landesärztekammer sind solche Abschiebungen bereits in sechs Bundesländern grundsätzlich unzulässig oder stark eingeschränkt.